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MI | 21.03 | 18:00
Papermint (Bild: Avaloop, designed by Babsi Lippe)
Online-Spiel
Zuckerlbunter 3-D-Chat "Papermint"
Eine Online-Welt im Regenbogendesign: Das Wiener Programmierstudio Avaloop hat sein 3-D-Chat-Forum "Papermint" eröffnet - eine virtuelle Welt mit Modegeschäften, Spielelokalen und singenden Blumen.
Kreativer Kopf hinter Papermint: Lev Ledit (Bild: ORF / BeLicht)
Für Lev Ledit ist der ideale 3-D-Chat wie eine Bar.
Die Bar als Idealsituation
Wenn Lev Ledit, der kreative Kopf hinter Papermint, über sein Projekt sprach, dann verglich er es sehr oft mit einem Lokal: "Wenn ich in eine Bar reinkomme, dann sehe ich sofort, wo ich dazu passe - je nachdem, wie die Leute aussehen."

Diese leichte Orientierung wollte Ledit auch im 3-D-Chat "Papermint" realisieren: An der Kleidung und dem Aussehen der Spielcharaktere soll man Rückschlüsse auf den Spieler ziehen können.

Das ist laut Ledit ein großer Vorteil gegenüber einem klassischen Chat, wo "man eine Viertelstunde mit jemandem reden muss, damit man draufkommt, dass er ein Trottel ist".
Kleider machen virtuelle Leute
Papermint (Bild: Avaloop, designed by Babsi Lippe)
Kleider machen Leute - auch bei "Papermint". Außerdem schwebt über jeder Figur eine "Charakterkiste", wie Ledit den "Wobbel" beschrieb. In dem Viereck stehen Infos zu Vorlieben, Verhalten im Spiel und Bewertungen durch andere Spieler.
Ein neuer Charakter in Papermint (Bild: ORF / BeLicht)
Ein Anfänger im "Novizengewand".
Ohne Geld keine Individualität
Das Spiel beginnt man im "Novizengewand": "Das schaut aus wie ein Krankengewand. Das haben wir bewusst so gestaltet, dass man es schnell loswerden will", beschrieb Designerin Barbara Lippe.

Am Chat und den Minigames teilnehmen kann man auch im weißen Anfänger-Outfit. Wer aber seinen Charakter individuell gestalten will, braucht virtuelles Geld, um in Shops Accessoires und Kleidungsstücke zu erwerben: Ein T-Shirt gibt es um sieben Papiermünzen (die Währung in "Papermint"), ein Abendkleid um 70.

Spielgeld bekommt man, wenn man echte Euros an Avaloop zahlt - pro Euro kriegt man zwischen 13 und 20 Papiermünzen.
Ein Charakter in Papermint (Bild: Avaloop, designed by Babsi Lippe)
Urlaub statt Arbeit in der virtuellen Welt.
Kein "Realitätswahn" wie bei "Second Life"
Hier drängt sich der Vergleich mit dem Online-Spiel "Second Life" auf: Dort können Spieler eine zweite Existenz aufbauen, egal ob als Manager oder Gangsterboss. Auch bei "Second Life" zahlen die Teilnehmer reales Geld, um es in der virtuellen Welt auszugeben - oder sie verrichten "Arbeit" in der Online-Welt.

Für Lev Ledit ist Second Life "eine coole Sache voller Möglichkeiten", eine "ultrareale Wirtschaftssimulation". Im Gegensatz dazu versuche "Papermint" nicht, "der Realität nahe zu kommen", sondern wolle "Urlaub im Internet" anbieten.
Tanzen in Papermint (Bild: Avaloop, designed by Babsi Lippe)
Wie in einer Bar gehe es bei "Papermint" darum, Freunde zu treffen, neue Leute kennen zu lernen und Spaß zu haben - etwa beim Tanzen oder bei Minigames wie "PlusMinus" und "Paperpong", schilderte Ledit.
Papermint (Bild: ORF / BeLicht)
Lautsprecher aufdrehen für eine bunte Geräuschkulisse.
Singende Pflanzen, Hasen, Igel
Ein wesentliches Element in der Welt von "Papermint" ist laut Ledit der Klang: "Jede Pflanze, jeder Igel, Hase oder Vogel macht Töne." Dadurch entstehen ganz unterschiedliche Geräuschkulissen, je nachdem, in welchem Teil der Inselwelt man sich aufhält.

Für fortgeschrittene Spieler versprach Ledit ein Zuckerl: Ab einem gewissen Niveau könnten sie die Pflanzen sammeln und aus ihren Klängen Musik machen.
Das Büro von Avaloop im ehemaligen Yurp-Kino (Bild: ORF / BeLicht)
Seit drei Jahren bastelt Ledit an der Umsetzung von "Papermint". Vor knapp einem Jahr gründete er die Firma Avaloop im ehemaligen Yurp-Kino in der Hütteldorferstraße.

Laufend erweitert das elfköpfige Team von Avaloop die virtuelle Welt von "Papermint": Jeden Monat sollen neue Überraschungen, Kleidungsstücke und Tanzstile hinzukommen. Geplant ist, dass man in Zukunft in der virtuellen Schauspielschule zum Beispiel Breakdancen erlernen kann - gegen virtuelle bare Münze, versteht sich.
Papermint (Bild: Avaloop, designed by Babsi Lippe)
Charaktere in "Papermint".
Papermint wie eine Bar: Es braucht Leute
Die Anfangsnervosität sei in den Büroräumlichkeiten von Avaloop noch zu spüren, sagte Ledit.

Für den Start von "Papermint" wünschte er sich vor allem eins: "Es braucht Leute. Wie in einer Bar: Wenn zu wenig Leute in einer Bar sind, dann geht keiner rein."
Bernhard Lichtenberger, wien.ORF.at