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MI | 11.04.2012
Verhaftung des Saunabetreibers Wolfgang B. (Bild: APA)
Causa Geiger
"Sauna-Affäre" - eine Chronologie
Jahrelang stand Ernst Geiger als Ermittler in spektakulären Kriminalfällen im Blickfeld der Öffentlichkeit. Nun wurde er nicht rechtskräftig wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses verurteilt. Eine Chronologie der "Sauna-Affäre".
Einem Wiener Saunabetreiber wird grenzüberschreitender Prostitutionshandel, Zuführung zur Prostitution und Zuhälterei vorgeworfen.
27. 3. 06: Ermittlungen bestätigt
Das Büro für interne Angelegenheiten im Innenministerium bestätigt, ein "mögliches Nahverhältnis zwischen der Rotlichtszene
und Mitarbeitern des Öffentlichen Dienstes" zu untersuchen.

29. 3. 06: Suspendierung
Die Bundespolizeidirektion Wien gibt die Suspendierung eines ranghohen Kriminalisten im Zusammenhang mit der "Sauna-Affäre" bekannt. Es wird Disziplinaranzeige erstattet.

30. 3. 06: Vorwürfe zurückgewiesen
Der Wiener Staatsanwaltschaft beantragt die Einleitung gerichtlicher Vorerhebungen gegen Geiger. Der suspendierte Spitzenkriminalist weist in Interviews die Vorwürfe zurück
("Habe keine Razzia verraten").

11. 4. 06: Erste Festnahmen
Erste Verhaftungen in der "Sauna-Affäre": Der Betreiber und sieben weitere Angestellte der Firma, die den Club in Wien-Simmering unterhielt, wandern hinter Gitter. Sie stehen im
Verdacht des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels.

12. 4. 06: Geständnisse
Einige der Verhafteten legen erste Geständnisse ab, der Saunabetreiber weist alle Vorwürfe zurück.

13. 4. 06: Weiterer Verdächtiger
Die Polizei gibt die Fahndung nach einem weiteren Verdächtigen bekannt.

10. 5. 06: Ermittlungen abgeschlossen
Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigt, ihre Ermittlungen gegen Geiger abgeschlossen zu haben. Über den Vorhabensbericht mit dem Vorschlag der Anklagebehörde, ob gegen den Kriminalisten Anklage wegen Amtsmissbrauchs bzw. Verrats eines Amtsgeheimnisses erhoben oder das Verfahren eingestellt wird, muss
das Justizministerium entscheiden.

26. 5. 06: Verdächtiger aus U-Haft
Der hauptverdächtige Saunabetreiber wird gegen gelindere Mittel aus der U-Haft entlassen. Der 42-Jährige steht laut Gericht weiterhin unter dem Verdacht des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels, Zuführung zur Prostitution und Zuhälterei.

6. 6. 06: Anklage wird erhoben
Das Justizministerium genehmigt den Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft und entscheidet für einen Prozess wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs gegen Geiger.

30.8.06: Prozessbeginn
Unter großem Medieninteresse startete der Prozess gegen den suspendierten Kripo-Chef Ernst Geiger. Die Anklage wegen Amtsmissbrauchs sei angeblich ein "Zufallsfund", hieß es. Geiger bekannte sich "nicht schuldig".

31.8.06: Hofrat Geiger verurteilt
Drei Monate bedingte Haft wegen Verletzung eines Amtsgeheimnisses - so lautet das Urteil gegen den suspendierten Chef der Kriminalpolizei Ernst Geiger. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
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