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Natascha Kampusch |
06.09.2006 |
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Beeindruckendes ORF-Interview
Die Paranoia ihres Entführers Priklopil, ihren unerschütterlichen Glauben an sich selbst und ihre Zukunftspläne - über alle diese Dinge hat Natascha Kampusch im ORF-Interview erzählt.
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 Kampusch sprach im ersten TV-Interview über acht Jahre in Gefangenschaft. |
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"Klaustrophobische" Zustände und Hunger
Natascha Kampusch zeigte sich vor der Kamera in violetter Bluse mit dazu passendem Haartuch, Jeans und Modeschmuck. In ihrem Verlies habe sie oft unter "klaustrophobischen" Zuständen gelitten. Immer wieder habe sie an Flucht gedacht.
Am berührendsten im Interview war wohl jene Stelle, an der Kampusch berichtet, wie für sie der Hunger war, unter dem sie regelmäßig zu leiden hatte.
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Im humanitären Bereich engagieren
Kampusch: "Ich habe in meiner Gefangenschaft auch sehr oft gehungert. Und habe dadurch deutlich miterlebt, was man da alles hat: Kreislaufbeschwerden, Konzentrationsschwierigkeiten. Man ist nur noch zu den primitivsten Gedanken fähig. (...) Jedes Geräusch wird aufreibend und schmerzt. Jeder Gedanke quält sich aus einem heraus."
Das sei einer der Gründe, warum sie vorhabe, sich im humanitären Bereich zu engagieren. Wo ihr Schwerpunkt liegen wird, ist noch nicht klar. Möglich seien etwa Hungerhilfe oder Hilfe für Entführungsopfer, so Kampusch.
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 Kontakt zu jungen Menschen |
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Das Lächeln der Menschen
Ansonsten will Kampusch vor allem das nachholen, wo ihr während der Jahre ihrer Gefangenschaft schmerzhaft Defizite bewusst gewesen seien: eine solide Ausbildung. Zunächst will sie die Matura nachmachen und dann studieren - was genau, steht noch nicht fest.
Zurzeit gehe es ihr gut, versichert Kampusch, abgesehen von einer Erkältung. Sie habe auf ihrer "Station" Kontakt zu jungen Menschen und sei darüber sehr glücklich. Sie sei bereits Eisessen gewesen und auch mit der U-Bahn gefahren. Besonders genieße sie das freundliche Lächeln der Menschen.
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ORF.at
Kampusch offenbarte sich im Gespräch mit Christoph Feurstein als eloquente junge Frau, sie ist schlagfertig und drückt sich gewählt aus. Wenn die 18-Jährige über ihre traumatischen Erlebnisse spricht, schließt sie oft die Augen, überlegt lange und wird emotional, ohne jedoch die Fassung zu verlieren.
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wien.ORF.at; 6.9.06
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wien.ORF.at
Von "einem authentischen Bild" und einem "Panzer, den sie auch weiter zum Überleben brauchen wird" war bei einem Runden Tisch nach Ausstrahlung des ORF-Interviews mit Natascha Kampusch die Rede.
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 Neben dem ORF bekamen auch "News" und die "Kronen Zeitung" ein Interview. |
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300 Angebote aus der ganzen Welt
Mehr als 300 Medien aus der ganzen Welt suchten in den vergangenen Wochen um Interviews an. Summen bis zu einem sechsstelligen Euro-Betrag seien für ein Gespräch oder ein Foto geboten worden.
Nach tagelangen Beratungen entschied sich Kampusch, dem ORF ein kostenloses TV-Interview zu geben. Der ORF übernimmt dabei die internationale Verwertung, deren Einnahmen direkt an Natascha Kampusch gehen.
Ebenfalls zum Zug kamen die "Kronen Zeitung" und das Wochenmagazin "News". Diese beiden haben laut Ecker soziale Kompetenz gezeigt und sich bereit erklärt, Kampusch einen Start in eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen. Für "News" interviewte Alfred Worm, für die "Krone" Marga Swoboda.
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ORF.at
Bereits Mittwochnachmittag wurden erste Passagen aus den Printinterviews öffentlich, in denen eine selbstbewusste Frau über ihre Lebensumstände und auch den spontanen Moment der Flucht sprach.
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 ORF-Redakteur Christoph Feurstein interviewte Kampusch. |
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Ausdrücklicher Wunsch der 18-Jährigen
Es sei der ausdrückliche Wunsch von Natascha Kampusch, an die Öffentlichkeit zu gehen, versicherte zuletzt ihr Medienberater Dietmar Ecker. Auch Feurstein, der das ORF-Interview mit Kampusch bereits am Dienstag aufgezeichnet hatte, bestätigte das. Auch er habe den Eindruck gehabt, dass die 18-Jährige das wirklich wolle.
Feursteins Eindruck von Natascha Kampusch: "Es ist so, wie man es zuletzt in den Medien gehört hat: Natascha ist eine selbstbewusste, intelligente Frau, die vor Energie sprüht." Vor diesem Bild dürfe man aber nicht die Geschichte vergessen, die die 18-Jährige erlebt habe.
Bei den Erzählungen von Natascha Kampusch sei ihm mehrmals ein Schauer kalt über den Rücken gelaufen, so Feurstein. Vor allem ihre Schilderungen von der Entführung, dem ersten Betreten ihres Verlieses und dem Umgang mit der Stille seien schrecklich gewesen.
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Spendenkonto eingerichtet
Der ORF hat ein Spendenkonto für Natascha Kampusch eingerichtet. Der Gesamterlös dieser Spendenaktion kommt zur Gänze Frau Kampusch zugute und steht zu ihrer freien Verfügung.
BA-CA (BLZ 12.000)
Kontonummer 50.000.010.001
Natascha Kampusch Foundation
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wien.ORF.at
Wolfgang Priklopil hatte Kampusch am 2. März 1998 als Zehnjährige auf dem Schulweg in Wien entführt. Am 23. August gelang ihr die Flucht. wien.ORF.at informiert Sie seitdem über alle neuen Entwicklungen.
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