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Bombenalarm |
11.09.2006 |
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Verdächtiges Paket gesprengt
Ein verdächtiges Paket ist am Montag vor dem Klublokal der Muslimischen Jugend in Rudolfsheim-Fünfhaus gefunden und gesprengt worden. Ob es sich um eine Bombe handelte, soll in ein paar Tagen geklärt sein.
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Gaskartusche zerissen. |
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Einzelteile zusammensuchen
Gegen Montagmittag schoss der Entminungsdienst die Gaskartuschen in dem Paket vorsichtshalber mit einem Wassergewehr auf. Ob es sich bei dem Paket um eine Bombe handelte, konnte Polizeieinsatzleiter Günter Eigner noch nicht sagen.
Auf Grund der Sprengung habe es die Gaskartusche zerissen, nun müssten erst die Teile zusammengesucht werden, so Eigner. Erst dann könne geklärt werden, was das Paket wirklich war. Ob es sich um einen funktionstüchtigen Sprengsatz handelt, soll in ein paar Tagen geklärt sein.
Die Ermittlungen laufen laut Doris Edelbacher vom Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung "in alle Richtungen".
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Die MJÖ vertritt die islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich in ihren Jugendangelegenheiten und ist Mitglied der Bundesjugendvertretung.
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Anrainer durften drei Stunden nicht in ihre Wohnungen. |
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Fünf Häuser evakuiert
Passanten fanden das verdächtige Paket in der Größe einer Schuhschachtel am Vormittag. Daraufhin evakuierte die Polizei fünf Wohnhäuser. Drei Stunden lang duften die Anrainer nicht in ihre Wohnungen.
Über das Motiv gibt es bisher nur Vermutungen. Die Beschriftung des Paketes deutet darauf hin, dass Rechtsradikale am Jahrestag der Anschläge vom 11. September das Paket vor dem Clublokal der Muslimischen Jugend Österreich deponiert haben könnten. Doch Edelbacher räumte ein, dass die Aufschrift auch "bewusst falsch gelegt worden sein" könnte.
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Aufschrift mit historischem Hintergrund
Die Aufschrift "4. Juli 1926, Weimar" weist offenbar auf einen rechtsextremistischen Hintergrund hin: Im Deutschen Nationaltheater Weimar fand der erste Reichsparteitag der NSDAP nach der zeitweisen Verbindung mit der Deutsch-völkischen Freiheitspartei statt. Dabei wurde die "Hitler-Jugend" gegründet. Hitler war nach dem Münchner Putschversuch zu einer Festungshaft verurteilt worden, die er in Landsberg verbüßt hatte. In Weimar konnte er seine parteiinterne Führungsposition wieder einnehmen.
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Für das DÖW war es kein Lausbubenstreich. |
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Rechtsextreme Bewegungen in Wien
Die Verwendung dieser Aufschrift deutet laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) darauf hin, dass es sich bei dem Deponieren des Pakets "nicht um einen Lausbubenstreich handelte". Seit einem Jahr beobachte man in der Wiener Szene eine Abkapselung, verbunden mit konspirativem Verhalten, sagte ein Experte des DÖW.
"Die Zeit der Rekrutierung ist vorbei", sagte der DÖW-Vertreter. Es kommt zu einer Zellenbildung, auch ehemalige Führungskader der neonazistischen und verbotenen Volkstreuen Außerparlamentarischen Opposition (VAPO) sollen wieder aktiv sein. Das Zentrum der rechtsextremen Aktivitäten soll ein einschlägig bekanntes Lokal in Ottakring sein, wo auch Aktivisten der Neonazi-Skinhead-Gruppierung "Blood and Honour" ihren Treffpunkt hatten.
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 "Drohungsakt" trifft MJÖ. |
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Schlechte Stimmung schaffen?
Alexander Osman von der Muslimischen Jugend vermutete, es sei den Tätern bei dem möglichen Anschlag darum gegangen, schlechte Stimmung zu schaffen: "In Österreich ist das Klima zwischen Muslimen und Nichtmuslimen relativ gut. Wir haben immer nur sehr gute Erfahrungen gemacht, auch mit den Anrainern hier."
"Dieser Drohungsakt trifft uns zwei Tage nach unserem Zehn-Jahresjubiläum besonders hart. Gerade auch deshalb, weil die MJÖ sich immer klar gegen jede Art der Gewalt ausgesprochen hat und gemeinsam mit vielen anderen österreichischen Jugendorganisationen den Weg der Kooperation geht", so Osman weiter.
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Weitere Vorfälle
Der Fund des Pakets in der Märzstraße war nicht der erste derartige Vorfall in der Bundeshauptstadt in den vergangenen Monaten: Im November 2005 explodierte vor einer Moschee in Hernals ein Sprengkörper.
Im April dieses Jahres wurde ein Brandanschlag auf den islamischen Friedhof in Liesing verübt. Die Täter wurden in beiden Fällen bisher nicht ausgeforscht.
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wien.ORF.at; 11.9.06
Erst vergangenen Samstag hat die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) ihr zehnjähriges Bestandsjubiläum gefeiert. Der Verein beschäftigt sich mit den Problemen der muslimischen Jugend und will deren Lebensumfeld verbessern.
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