Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
AUA-Pilotenmütze (Bild: APA)
AUA
Management weist Forderungen zurück
Das AUA-Management hat nach der Betriebsversammlung des Bordpersonals dessen Forderungen zurückgewiesen. Das fliegende Personal hatte zuvor das Management schwer kritisiert und "weitere Maßnahmen" ins Auge gefasst.
"Falsch" und "inakzeptabel"
Die Führung der schwer angeschlagenen AUA wies die Vorwürfe der Belegschaftsvertreter zurück. Die am Mittwoch verabschiedete Petition enthalte "aus Unternehmenssicht falsche Behauptungen und inakzeptable Forderungen". Diese sollten im innerbetrieblichen Dialog geklärt werden.

Man sehe auch "absolut keinen Anlass für allfällige betriebsstörende Aktionen" durch den Betriebsrat Bord. "Für weiterführende Gespräche", die zu einer Reformierung und Vereinfachung des Kollektivvertrags führen und eine "Produktivitätssteigerung" ermöglichen, sei der AUA-Vorstand bereit.
"Betriebswirtschaftlich erforderlich
Eingeleitete "Optimierungsmaßnahmen" wie etwa die Übergabe von drei Fokker-70-Kurzstreckenjets zur Regionalflugtochter Austrian arrows seien "betriebswirtschaftlich erforderlich, entsprechen sämtlichen Rahmenbedingungen und können KV-konform umgesetzt werden", hieß es.
AUA-Chef Alfred Ötsch soll "existengefährdende Missstände" beseitigen.
Schwere Kritik am Management
"Die nachweislich unterdurchschnittliche Performance in den Bereichen Finanzen, Vertrieb/Marketing und Human Resources lässt uns am Fortbestand unseres Unternehmens stark zweifeln", hieß es in einer Petition, die das Bordpersonal am Mittwoch in einer Betriebsversammlung verabschiedete.

AUA-Chef Alfred Ötsch wurde aufgefordert, die "existenzbedrohenden Missstände" raschestmöglich zu beseitigen, den angekündigten Personalabbau "unverzüglich zurückzunehmen" und interne Flottenumgliederungen (Fokker 70) zu widerrufen.
Arbeitskonflikt könnte eskalieren
Das fliegende Personal will in den nächsten Tagen in einer Urabstimmung über mögliche "weitere Maßnahmen" in der Auseinandersetzung mit der Unternehmensführung abstimmen.

Eine Urabstimmung ist eine formale Voraussetzung für allfällige arbeitsrechtliche Schritte, die bis zu einem Streik reichen könnten. Die Betriebsversammlung am Mittwoch verlief ohne Störungen im Flugbetrieb.
350 Stellen sollen abgebaut werden
Die AUA will 350 Stellen abbauen. Der Großteil des Stellenabbaus entfällt auf Flugbegleiter, auch 80 Piloten sollen betroffen sein. Die AUA beschäftigt aktuell 711 Piloten und rund 1.900 Flugbegleiter. Die Regionalflugtochter Austrian arrows beschäftigt 473 Piloten und 484 Flugbegleiter.

Den Mitarbeiterabbau werden aber auch das Technikpersonal und Mitarbeiter in Asien und Australien zu spüren bekommen. Ötsch will bei diesem Personalabbau ohne Kündigungen auskommen.
Die AUA will 350 Mitarbeiter abbauen und dabei ohne Kündigungen auskommen.
Keine Gesprächsbasis mit Betriebsrat
Die Gesprächsbasis zwischen Betriebsrat und Ötsch ist nicht schlecht - sie ist im Moment gar nicht vorhanden. Die Gespräche mit dem Betriebsrat hätten sich in der letzten Zeit als sinnlos erwiesen, so Ötsch am Dienstag in der ZIB2.

Einen neuen Arbeitskampf befürchtet er trotzdem nicht: "Ich hoffe nicht. Im Moment sind die Gespräche abgebrochen, weil sie zu einem Punkt gekommen sind, wo nichts mehr weitergegangen ist. Ich glaube, dass wir dann wieder, wenn sich das etwas beruhigt hat, die Gespräche fortsetzen werden."
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