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MO | 13.02.2012
Büro. (Bild: APA)
Studie
Hälfte der Manager hat schlechtes Gewissen
Ethik wird in Unternehmen immer wichtiger. Eine Studie der Wiener Gruppe für Integritätsmanagement ergab, dass rund 50 Prozent der österreichischen Manager unter schlechtem Gewissen leiden. 1995 waren es 74 Prozent.
Verantwortung wird wichtiger genommen
"Auch wenn wir einen Rückgang verzeichnen können, so ist es doch ein massives Problem, dass die Hälfte der österreichischen Führungskräfte mit ihrem Gewissen in Konflikt steht", so Studienautor Matthias Karmasin von der Wiener Gruppe.

Zeitlich betrachtet zeige sich, dass die Ethikorientierung in Unternehmen deutlich gestiegen sei. Es gebe in den Unternehmen mehr Ethikeinrichtungen, Corporate Social Responsibility (CSR) – sinngemäß übersetzt die Verantwortung von Unternehmen gegenüber der Gesellschaft - wird wichtiger und als Chefsache betrachtet.
Zehn Gebote für fast 40 Prozent wichtig
Deutlich verändert hat sich demnach seit 1995 die Werteorientierung von Managern. Um sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden, orientieren sich 93 Prozent der 150 befragten Manager am eigenen Gewissen, das sind 21 Prozent mehr. Die Orientierung an der gültigen Rechtsordnung nahm von 23 auf 75 Prozent zu. 39 Prozent richten sich nach den Zehn Geboten, 1995 waren es 16 Prozent.

Unmoralische Handlungsweisen sehen Manager vor allem dort, wo jemand der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens schadet: Das Entwenden von Material finden 67 Prozent sehr verwerflich, danach folgt das Krankfeiern mit 64 Prozent.
Österreich hat Aufholbedarf
Dass Ethik in Unternehmen immer wichtiger wird, zeigt sich laut Karmasin auch in einer zunehmenden Institutionalisierung. Zwei Drittel der Unternehmen hätten ein Unternehmensleitbild und eine Unternehmensphilosophie. Mehr als Viertel erstellt Sozial- und Ökobilanzen.

Im internationalen Vergleich hinke Österreich aber noch hinterher. CSR werde zwar eine hohe Bedeutung beigemessen, die kommunikative Herausforderung und das Einbinden verschiedener Unternehmensbereiche werde aber noch unterschätzt. Karmasin: "Hier ist zu hoffen, dass Österreich Anschluss an die internationalen Entwicklungen findet."
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