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MI | 11.04.2012
"The Window" von außen
Ab Jänner
Jüdisches Theater mit Schaufenster
Wien bekommt eine neue Bühne: Das Jüdische Theater Austria widmet ein kleines Gassenlokal in der Kandlgasse in Neubau um. Das große Schaufenster bleibt. "The Window" wird im Jänner eröffnet.
Der Verein Jüdisches Theater bekommt nun ein fixes Haus.
Jüdische Szene wiederbeleben
Das 1999 in Graz gegründete Jüdische Theater Austria hat sich die Wiederbelebung der heimischen jüdischen Theaterszene auf die Fahnen geschrieben, die vor 1938 in Wien so dicht war wie nirgendwo sonst in Europa, wie Prinzipal Warren Rosenzweig betonte.

2001 übersiedelte der Verein nach Wien, die Büroräume waren in einem Wohnhaus in Wien-Alsergrund untergebracht, die Produktionen wurden mangels eigener Bühne weiterhin an verschiedenen Spielorten gezeigt.
Kämpft für den Nestroyhof
Seit 2001 kämpft Rosenzweig um die Etablierung eines internationalen Jüdischen Theaters im Wiener Nestroyhof, der bis 1938 Heimstatt der Jüdischen Künstlerspiele war und später arisiert wurde.
Auch für freie Gruppen.
35 Quadratmeter für Performances
Die rund 35 Quadratmeter großen neuen Räumlichkeiten im "Window", in denen zuvor eine Baugesellschaft untergebracht war, sollen nun für kleinere eigene Performances, Proben und Workshops genutzt werden.

Aber auch anderen Gruppen, etwa der derzeit im Amerlinghaus angesiedelten Literaturwerkstatt Exil, steht das Theater offen.
Weltkongress Jüdisches Theater im März
Seine Bemühungen um den Nestroyhof gingen freilich weiter und stießen mittlerweile auch auf internationales Interesse, betonte Rosenzweig. Wenn die 1987 gegründete Association for Jewish Theatre kommenden März erstmals außerhalb der USA ihren Kongress abhalte, setze sie damit ein explizites Zeichen der Solidarität. Zwischen 50 und 150 Teilnehmer aus aller Welt werden unter dem Motto "Tikun Olam - Repair the World" in Wien zusammenkommen und dabei auch den Nestroyhof zum Thema machen.
Für den Nestroyhof gibt es ein Auftrittsverbot.
Theaterfestival an vielen Spielorten
Mit dem parallel veranstalteten Theaterfestival, das neben einer Eigenproduktion Gruppen etwa aus Moskau, Tel Aviv, Buenos Aires und Melbourne präsentiert, will Rosenzweig auch demonstrieren, wie ein "jüdisches Welttheater" im Nestroyhof aussehen könnte.

Festival wie Kongress sollen an verschiedenen Spielorten stattfinden, die Bezüge zur jüdischen Geschichte Wiens aufweisen. Der Nestroyhof gehört nicht dazu - die Besitzer hätten dem Jüdischen Theater Austria Auftrittsverbot erteilt, so Rosenzweig.
Ohne Subventionen
Finanziert werden Kongress und Festival wie der laufende Betrieb über Sponsoren. Weiterhin gebe es weder von der Stadt noch vom Bund Subventionen, so Rosenzweig: "Wir leben von einem Tag auf den anderen, es ist ein Wunder, wie wir das acht Jahre lang geschafft haben."
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