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orf-dokumentation |
03.01.2007 |
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Natascha Kampusch über ihre Gefangenschaft
"Man sieht nichts, man hört nur. Man hört das eigene Blut rauschen, man spürt die Enge, die Kälte." So hat Natascha Kampusch in der ersten großen ORF-Dokumentation ihre Gefangenschaft beschrieben.
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 "Der Fall Kampusch" im Rahmen eines "Thema spezial". |
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Unvorstellbare Situation
In einem Interview eigens für die Dokumentation sprach Natascha Kampusch erstmals über Details ihrer Entführung, ihre Ängste und das Verhalten ihres Entführers.
"Allein schon dieser schwere Betonklotz, der ist viel zu schwer für mich, das hätte ich, also wenn ihm etwas passiert wäre, wäre ich niemals dort heraus gekommen", so Natascha in der bewegenden Dokumentation.
Kampusch weiter über die ersten Tage nach der Entführung: "Es wird einem schlecht, ich konnte nicht schlafen, ich bin tagelang wach gewesen. Ich wollte nicht, dass mir, während ich schlafe, etwas zustößt."
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Entführer schon von weitem gesehen
Auch über eine gewisse Vorahnung erzählte Kampusch in der Doku: "Ich habe ihn schon von weitem gesehen und dachte mir, was hat dieser Mensch hier verloren? Irgendwie hatte ich ein Bauchgefühl und wusste, dass hier etwas nicht stimmt."
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Priklopil hat Kampusch laut dem Gerichtspsychiater schon lange beobachtet. |
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Haller glaubt nicht an "Zufallsopfer"
Für Gerichtspsychiater Reinhard Haller war Natascha Kampusch kein zufällig ausgewähltes Opfer. "Ich denke, es hat sicher eine Rolle gespielt, dass sie ein Kind war, wie sie sich bewegt, wie sie gelacht, wie sie gesprochen hat, vielleicht auch ihr familiärer Hintergrund", so Haller.
Es sei aber auf jeden Fall so gewesen, dass dieses Mädchen nicht zufällig in seinen Erlebnisbereich gekommen sei, sondern er habe sie schon lange Zeit beobachtet, er wusste sehr viel über sie, so Haller über Wolfgang Priklopil.
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Bewegt über "unverändertes Kinderzimmer"
 Natascha Kampusch hat gemeinsam mit dem ORF auch ihr altes, unverändertes Kinderzimmer besucht: "Das war schon ein eigenes Gefühl, vor allem war ich verwundert, weil die Sachen noch so waren, wie ich sie gelassen habe. Das ist schon bewegend, wenn man die vertrauten Gegenstände wieder findet."
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 Auch Suchhunde hätten Natascha Kampusch nicht gefunden. Das sagt zumindest die Polizei. |
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Ermittler rechtfertigen sich
In der 50-minütigen Dokumentation kommen aber auch die Ermittler der Sonderkommission Kampusch, Chefinspektor Johann Frühstück und der Chef der burgenländischen Polizeidirektion, Nikolaus Koch, zu Wort.
Auch auf den mehrfach geäußerten Vorwurf, warum keine Suchhunde eingesetzt wurde, wird eingegangen. Koch dazu: "Nach unseren jetzigen Erkenntnissen muss man sagen, hätten die Suchhunde höchstwahrscheinlich das Verlies nicht gefunden."
Priklopil hätte der Polizei zudem damals glaubwürdig beweisen können, dass er das Auto zum Umbauen benötigt habe und bei diesem Überprüfungsfall habe er sogar Schutt transportiert, so Koch.
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Mutter und Tochter wieder vereint
 Natascha Kampusch mit ihrer Mutter Brigitta Sirny, die während der Gefangenschaft von Natascha Kampusch wiederholt öffentlichen Vorwürfen ausgesetzt war. Sirny über das Wiederauftauchen ihrer Tochter: "Ich habe sofort zum Heulen angefangen, die Enkerl haben gefragt 'Was ist los, was ist los?', sag' ich, die Natascha ist da. Also ich habe dann überhaupt nicht sprechen können, also gar nichts."
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Möglichkeiten bieten, für das viel erlittene Leid nunmehr eine Kompensation zu bekommen. |
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Appell von Max Friedrich
Einmal mehr appelliert in der Doku auch der Psychiater und Betreuer von Natascha Kampusch, Max Friedrich, an die Öffentlichkeit und die Medien, die junge Frau in Ruhe "leben zu lassen".
Max Friedrich: "Man tut ihr wahrscheinlich etwas Gutes, wenn man sie leben lässt, wenn man sie ihr Leben vorbereiten lässt, wenn man ihr die Möglichkeiten bietet, für das viel erlittene Leid nunmehr eine Kompensation zu bekommen. Und die Kompensation kann niemals Star sein, weil da wird sie nur zum Starlet und dann wird sie fallen gelassen, wenn die Medien kein Interesse mehr daran haben."
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wien.ORF.at
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wien.ORF.at
Opfer oder Superstar? Die enorme Medienpräsenz Natascha Kampuschs findet keinen ungeteilten Zuspruch mehr. Doch die Offensive sei der einzig richtige Weg, sagt Publizistikprofessor Roland Burkart.
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