Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Polizei (Bild: him.at)
Proteste
Innenstadt-Demonstration für RAF-Terroristen
Aus Solidarität mit dem früheren RAF-Terroristen Christian Klar haben in Wien knapp 100 Personen eine unangemeldete Demonstration gestartet. Der Protestzug führte auch zu Verkehrsbehinderungen.
Auch die Exekutive war bei der unangemeldeten Demo gefordert.
Fenster der deutsche Botschaft zerstört
Die teilweise vermummte Gruppe hatte sich gegen 16.30 Uhr am Schwarzenbergplatz versammelt und zog von dort Böller werfend in Richtung Botschaftsviertel, berichtete die Polizei. Auf das Gebäude der deutschen Botschaft warfen die Demonstranten eine Flasche, die eine Fensterscheibe beschädigte.

Laut Exekutive wollten die Demonstranten ihrem "Unmut" über das abgelehnte Gnadengesuch Klars Ausdruck verleihen.
Hintergrund
Christian Klar wurde 1982 unter anderem wegen Beteiligung an der Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer, Generalbundesanwalt Siegfried Buback und dem Bankier Jürgen Ponto zu fünf Mal Lebenslang verurteilt. Da die Mindesthaftzeit 2009 ausläuft, hätte der deutsche Bundespräsident Horst Köhler eine Begnadigung aussprechen können. Das hat Köhler allerdings vor drei Tagen abgelehnt.
Kurzfristige Behinderungen
Vom Botschaftsviertel wanderte die Gruppe in den Resselpark, dort löste sich die Demonstration gegen 17.15 Uhr auf.

Die unangemeldete Demonstration sorgte für kurzfristige Behinderungen im öffentlichen Verkehr. In der Wiedner Hauptstraße mussten die Straßenbahn-Linien 62 und 65 sowie Garnituren der Wiener Lokalbahnen für etwa zehn Minuten zum Südbahnhof umgeleitet werden.
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