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MI | 11.04.2012
Twin City Liner (Bild: ORF)
Keine Verletzen
Twin City Liner gestrandet
Am Montag ist der Twin City Liner bei Stromkilometer 9,1 am Ufer aufgelaufen. Der Katamaran war zu einem Drittel, etwa zehn Meter Schiffslänge, an Land gelaufen. Verletzt wurde niemand.
Twin City Liner (Bild: APA) Nach eineinhalb Stunden wieder im Wasser
Der Zusammenstoß ereignete sich laut Polizei am Montag um 12.50 Uhr. Der Katamaran hätte sich auf dem Weg nach Bratislava befunden, berichtete Erich Kraus, Chefinspektor der Strompolizei.

Nach der Kollision mit dem Ufer hing der Katamaran im Gestein an der Uferböschung fest. Ein kleineres Boot versuchte, den Bug des Schiffes zurück ins Wasser zu ziehen. Die Gefahr, dass der Twin City Liner sinkt, bestand nicht. Selbst bei einem Leck würde er dank Pumpen schwimmen, so die Polizei.

Nach einer mehr als einstündigen Befreiungsaktion fuhr der Twin City Liner selbstständig in den Hafen Freudenau, wo er inspiziert werden soll. Der Rumpf des Schiffes schien unbeschädigt.
Twin City Liner (Bild: APA)
Gegen 12.50 Uhr lief der Twin City Liner am Ufer auf.
Schäden am Twin City Liner (Bild: ORF)
Schäden am rechten Rumpf des Twin City Liners.
Bei dem Unfall wurde niemand verletzt.
Augenzeugen: "Kein großer Krach"
Die 53 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder, die sich zum Zeitpunkt des Unfalls an Bord befanden, konnten das Schiff unverletzt verlassen. Sie wurden von Bord gebracht und mit einem Bus zurück zum Startplatz des Bootes am Schwedenplatz gebracht.

Die Passagiere berichteten über den Zusammenstoß mit dem Ufer als "Schrecksekunde", der Unfall selbst sei "kein großer Crash" gewesen.
Menschliches und technisches Versagen nicht ausgeschlossen.
Kommission prüft
Das Boot fahre an der Biegung gewöhnlich 40 km/h, sei laut dem erfahrenen Kapitän vor dem Unfall allerdings sogar langsamer unterwegs gewesen, sagte Ronald Schrems, Geschäftsführer des Betreibers von Central Danube.

Passagiere berichteten, dass der Twin City Liner vor dem Unfall einem kleineren Boot ausgewichen sei. Es habe eine Schiffsbegegnung gegeben, bestätigte Schrems. Ob diese der Grund war, sei jedoch noch völlig unklar. Der genaue Unfallablauf wird nun von einer Kommission überprüft.

Die Experten sollen herausfinden, ob ein technisches Gebrechen oder menschliches Versagen vorliegt. Nach Angaben der Polizeiermittler war der Kapitän zum Zeitpunkt des Unfalls körperlich und geistig nicht beeinträchtigt.
Man habe auch Kontakt mit den Bootsbauern in Norwegen aufgenommen. Den Belastungstest habe der Twin City Liner aus Sicht der Betreiber bestanden: "Die Notbremsung hat perfekt funktioniert, das Schiff ist rasch und ruhig zum Stehen gekommen", so der Central-Danube-Geschäftsführer.
Ungünstige Zwangspause
Für den Twin City Liner bedeutet der Zwischenfall nun eine Zwangspause, die zum nicht gerade günstigsten Zeitpunkt kommt, wie Schrems einräumte: Erst am Montagvormittag habe man im Rathaus Gespräche über die Anschaffung eines zweiten Bootes geführt.
Der Twin City Liner in Wien. (Bild: ORF) Möglicherweise bald zweiter Katamaran
Der Katamaran fährt mit 1.960 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h über den Wiener Donaukanal. Damit gilt er als das schnellste Passagierschiff auf der Donau. Er benötigt für die Fahrt von Wien nach Bratislava donauabwärts rund 75 Minuten.

Im vollen Regelbetrieb verkehrt der Twin City Liner von Anfang April bis Ende Oktober drei Mal täglich. Dann folgt sukzessive die Einführung des verkürzten Winterbetriebes bis hin zur Winterpause. Aber auch im Dezember und Jänner kann der Katamaran für Sonderfahrten gebucht werden.
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