Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Spatenstich für Hauptbahnhof Wien (Bild: APA)
Spatenstich
Bau für Hauptbahnhof Wien hat begonnen
Dienstagmittag ist feierlich der erste Spatenstich für den neuen Hauptbahnhof gesetzt worden. Der Bahnhof wird den ÖBB-Verkehr von Norden, Süden, Westen und Osten an einem Punkt verknüpfen. Der Bau soll rund fünf Jahre dauern.
Hauptbahnhof (Bild: APA)
880 Mio. Euro für neue Durchgangsstation beim Südtiroler Platz.
Bau nahe am Südbahnhof
Um 12.00 Uhr wurde der erste Spaten angesetzt. Gebaut wird der neue Wiener Hauptbahnhof beim Südtiroler Platz in der Nähe des heutigen Südbahnhofs. Daneben entsteht eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Österreichs.

Die Adaptierung des Südtiroler Platzes hat bereits begonnen. Ist die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) abgeschlossen, wird 2009 die alte Südbahnhof-Halle entfernt, neue Provisorien sollen errichtet werden. Dann startet der Bau der neuen Halle und der "BahnhofsCity" samt Einkaufszentrum mit 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.
Das wird der Hauptbahnhof Wien
Grafik Wiener Hauptbahnhof (Bild: APA)
Grafik Wiener Hauptbahnhof (Bild: APA)
Jeden Tag 40.000 Reisende
Allein in die Bahninfrastruktur fließen mehr als 880 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes, der Stadt Wien, der ÖBB sowie aus EU-Fördertöpfen.

Im gesamten Entwicklungsgebiet - knapp 60 Hektar - werden rund zwei Mrd. Euro umgesetzt.
Auf dem neuen Bahnhof werden 40.000 Reisende täglich erwartet. Geplant ist auch eine neue unterirdische Verbindung zu U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn.
Computergenerierte Visualisierung des Vorplatzes Nord des Wiener Hauptbahnhofes (Bild: APA) Erste Teile in fünf Jahren in Betrieb
Zum Teil soll der Bahnhof 2012/13 in Betrieb genommen werden. Alle weiteren Bahnanlagen folgen 2015, das neue Stadtviertel wird schrittweise bis 2025 realisiert. Künftig werden Züge von der Westbahn kommend über den Lainzer Tunnel direkt den Hauptbahnhof erreichen und Richtung Osten weiterfahren können.
Schnellere Verbindungen
Durch den Hauptbahnhof soll Wien von der Endstation zur Drehscheibe werden, so die ÖBB. Reisen soll schneller und einfacher werden.

"Wir werden zum Beispiel die Anreise von Linz zum Flughafen Wien in 1 Stunde und 15 Minuten anbieten - heute dauert das noch mehr als zweieinhalb Stunden", versprach ÖBB-Chef Martin Huber. Bereits heute wird also eifrig am Fahrplan für 2013 getüftelt.
Illustration zum neuen Wiener Hauptbahnhof (Bild: Hotz/Wimmer, APA)
Computer-Modell des Bahnsteigs des Hauptbahnhofes
Er soll "Hauptbahnhof Wien" statt "Zentralbahnhof" heißen.
Keine Wettbewerbe ausgeschrieben
Einen Architektenwettbewerb für die Gestaltung des Bahnhofs selbst gab es nicht. Die Pläne stammen von den Siegern des städtebaulicher Wettbewerbs, dem Duo Theo Hotz und Ernst Hoffmann sowie Praterstern-Planer Albert Wimmer. Im Herbst 2004 präsentierten sie einen ersten Entwurf.

Geplant ist ein von bis zu 100 Meter hohen Hochhäusern umgebener Durchgangsbahnhof, der diagonal hinter dem heutigen Süd- und Ostbahnhof verlaufen wird.

Auch der angekündigte Namenswettbewerb wurde bisher noch nicht abgehalten. Die ÖBB sprechen inzwischen nur noch vom "Hauptbahnhof Wien". Das Wort "Zentralbahnhof" wurde ebenso fallen gelassen, wie der vom Wiener Planungsressort lange favorisierte Begriff "Bahnhof Wien - Europa Mitte".
Opposition begrüßt den Bau
Der Spatenstich für den neuen Wiener Hauptbahnhof wurde von der Rathausopposition grundsätzlich begrüßt. Aus Sicht der ÖVP müsse die U-Bahn-Linie U2 bei einer Verlängerung nach Süden auch den Hauptbahnhof anfahren, so Planungssprecher Alfred Hoch. Wichtig sei überdies eine Durchmischung von Geschäften, Wohnungen und Freizeiteinrichtungen im geplanten Stadtentwicklungsgebiet. Die projektierte BahnhofCity drohe sonst am Abend zur Geisterstadt zu werden, fürchtet Hoch.

Auch die Wiener Grünen sind für den Bau des Hauptbahnhofes. "Es ist jedoch schade, dass kein Architekturwettbewerb für das Bahnhofsgebäude durchgeführt wurde", konstatierte Planungssprecherin Sabine Gretner.

Für die FPÖ stellt der neue Hauptbahnhof eine verkehrstechnische Notwendigkeit dar. Jetzt gelte es, alle Baubescheide wasserdicht abzusichern, um keine Verzögerungen mehr zu riskieren, zumal bereits lange Zeit im Schneckentempo gearbeitet worden sei, so FPÖ-Planungssprecher Herbert Madejski.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News