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MO | 13.02.2012
Joe Zawinul wird 75 (Bild: APA)
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Jazzer Joe Zawinul ist 75
Am Samstag wurde Joe Zawinul, Weltstar aus Wien, 75 Jahre alt. Dies sei aber "keine besondere Sache", wie der aus Erdberg stammende Jazzmusiker selbst meint.
Joe Zawinul ist seit den 1950er Jahren einer der besten und erfolgreichsten Jazz-Pianisten.
Weltstar aus Erdberg
Der Jazzmusiker Josef Erich Zawinul stammt aus Erdberg und ist zugleich Weltbürger. Er liebt seine Heimatstadt Wien und seine zweite Heimat, die USA. Am 7. Juli wird Zawinul 75 Jahre alt. Erlebt hat er in seinem Leben schon wahrlich viel.

Joe Zawinul hat einige der wichtigsten schwarzen Soul-Jazz-Standards komponiert, mit Miles Davis und den Alben "In a Silent Way" und "Bitches Brew" den "Electric Jazz" geprägt. Mit seiner Gruppe "Weather Report" und dem "Syndicate" später dann Jazz-Rock und Fusion.

Sein naher 75. Geburtstag kann ihn da nicht mehr sonderlich aufregen: Der 75er ist "keine besondere Sache für mich", wie der aus Wien-Erdberg stammende erfolgreichste Jazzexport Österreichs im Gespräch mit der APA schilderte.
Joe Zawinul live in Concert (Bild: APA)
Joe Zawinul wurde vom amerikanischen Jazz-Magazin "Down Beat" 25 Jahre lang ununterbrochen zum besten Keyboarder der Welt gewählt.
Zawinul war 1959 eigentlich wegen eines Klavierstipendiums in die USA gegangen.
Keine große Feier zum 75er
Er werde "nicht groß feiern", sondern sich "mit Freunden einen guten Schnaps und ein gutes Essen genehmigen" - in Lugano (Schweiz), wo Zawinul am 7. Juli spielen wird.

Der Wiener mit ungarischen, tschechischen und Sinti-Vorfahren hätte nicht den Mut gehabt, 1959 in die USA auszuwandern, wenn er nicht vor Liebe zur Musik gebrannt hätte - zur Musik im Allgemeinen, und zum Jazz im Besonderen. Ein Klavierstipendium war wohl auch mit ein Grund.

Zawinul warf mit einer Riege von Jazzstars alte Hörgewohnheiten über den Haufen. Der Electric Jazz war geboren, und Zawinul war an vorderster Front mit dabei. 1970 gründete er die Band Weather Report und machte diese zu einer der bedeutendsten Jazz-Rock-Formationen - mit Saxophonist Wayne Shorter, Schlagzeuger Peter Erskine und Bassist Jaco Pastorius an seiner Seite.
Eröffnung Birdland (Bild: APA) "Spiele elektrisch, klinge akustisch"
Mit Alben wie "I Sing The Body Electric", "Heavy Weather" oder "Black Market" setzte Zawinul im Einsatz von Keyboards neue Maßstäbe, in einer Zeit, als Synthesizer noch große Kisten mit Namen wie "Sputnik" waren. Sein Konzept "Spiele elektrisch, klinge akustisch" wurde oftmals kopiert, aber nie erreicht.

Stolz ist Zawinul darauf, dass sein Welthit "Birdland" in drei Dekaden in drei Versionen (von Weather Report, Manhattan Transfer und Quincy Jones) mit je einem Grammy ausgezeichnet wurde.

Nachdem Weather Report zerfallen war, gründete der Jazzer 1987 das "Zawinul Syndicate", eine Formation mit wechselnden Spitzen-Weltmusikern, die nunmehr schon länger als der legendäre "Wetterbericht" existiert. 2004 hatt er sich seinen Traum von einem Wiener "Birldand" erfüllt. Der Jazzclub hatte nach der ersten Saison allerdings Aussnestände von 600.000 Euro zu vermelden. Mittlerweile "geht's dem Birdland gut", so Zawinul.
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