|
|
 |
 |
Chronik |
13.09.2007 |
|
|
|
|
Aufgeheizte Stimmung bei Islam-Demo
Rund 700 Demonstranten haben sich am Donnerstag in Wien-Brigittenau zu einer Demonstration gegen ein islamisches Zentrum versammelt. Knapp 150 kamen zur Gegendemo. Es kam zu kleineren Rangeleien.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Aufgeheizte Stimmung. |
|
|
|
750 Demonstranten
Eine Demonstration gegen den Ausbau des islamischen Zentrums in Wien-Brigittenau und eine Gegendemonstration gegen Rassismus: Insgesamt rund 850 Menschen sind am Donnerstag in Wien-Brigittenau auf die Straße gegangen.
Zum Auftakt verliefen die Proteste friedlich, die Stimmung war aber aufgeheizt, berichtete die APA. Einige Dutzend Demonstranten waren in Springerstiefeln und T-Shirts mit Aufschriften wie "Sturmwehr" erschienen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Demonstrationszug durch den Bezirk. |
|
|
|
Tosender Applaus für Strache
FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache traf verspätet ein, wurde aber mit tosendem Applaus begrüßt. Er betonte, sich nicht gegen eine andere Religion zu richten, sondern gegen Fundamentalismus. Unmittelbar danach setzte sich der Demonstrationszug durch den Bezirk in Bewegung.
Vorne marschierten überwiegend ältere Mitglieder der "Bürgerinitiative Dammstraße gegen die Errichtung von Moscheen in Wohngebieten", skandierten "Kane Moschee wär' schee". Es waren aber auch Rufe neonazistisch gekleideter Jugendliche zu hören, die "Hier marschiert der nationale Widerstand" riefen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Rangeleien in den Seitengassen. |
|
|
|
300 Polizisten
Rund 300 Polizisten beobachteten die Szenerie. Am Rande des Demonstrationszuges kam es in Seitengassen zu Rangeleien mit Gegendemonstranten, die von der Polizei rasch unterbunden werden konnten.
Von der Polizei getrennt, beschimpften sich die Gruppen dann wahlweise als "Heimatverräter" und "Nazis".
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
"Bei Gott nichts gegen Religionsfreiheit"
Ein Sprecher der Initiative bemühte sich, die Stimmung zu beruhigen. "Wir haben bei Gott nichts gegen Religionsfreiheit. Dass wir uns jetzt in ein rechtes Eck drücken lassen, dagegen verwehren wir uns."
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
"Wo bleiben wir? Wir bleiben über." |
|
|
|
"Lautes Fußballspiel"
Die Bürgerinitiative hatte die Demonstration geplant. Eine Sprecherin begründete ihr Engagement unter anderem mit lautem Fußballspiel von Jugendlichen im Umfeld des Zentrums. Man habe lange das Gespräch gesucht, was von der Gegenseite verweigert worden sei: "Dieses Sich-nicht-Öffnen macht uns Angst."
Die Initiative bestehe mehrheitlich aus aktiven SPÖ-Mitgliedern. Aber selbst bei der SPÖ-geführten Bezirksvorstehung habe man kein Gehör gefunden: "Wo bleiben wir? Wir bleiben über." Obwohl die FPÖ die Homepage der Initiative bezahlt habe, verstehe man sich doch als überparteilich.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Der Hintergrund
Die türkisch-islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit (ATIB) plant, an der Dammstraße ihr bestehendes Zentrum auszubauen. Der Verein betreibt dort seit 1997 einen Versammlungssaal. Der straßenseitige Trakt soll nun um vier Geschoße auf 18 Meter aufgestockt werden.
Laut Bezirksvorsteher Karl Lacina (SPÖ) soll der Zubau wie ein normales Wohnhaus aussehen: "Es gibt kein Minarett, keine Kuppel, gar nichts."
Gegen den Ausbau haben sich Anrainer in der Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Auf ihrer Homepage treten sie einer "weiteren Islamisierung" ihrer Heimat entgegen. Nach der Festnahme dreier mutmaßlicher Islamisten verschärfte sich auch der Ton in der Debatte über den Ausbau dieses islamischen Zentrums.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
"Hoch die internationale Solidarität!" |
|
|
|
Lautstarke Gegendemo
Zu der Gegenveranstaltung gegen die Demonstration hatten die Sozialistische Linkspartei und die Antiimperialistische Koordination aufgerufen.
Laut APA knapp 150 Demonstranten skandierten "Hoch die internationale Solidarität" und hielten ein Transparent mit der Aufschrift "Gegen Rassismus. Für Revolution und Sozialismus" in die Höhe.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
"Unfaire" Vereinnahmung durch die FPÖ
ÖVP-Bezirksmandatar Wolfgang Aigner war zur Demonstration gekommen, "um die Bürgerinitiative zu unterstützen". Es gehe darum, dass ein bereits großes Zentrum ausgebaut und damit zu einer größeren Lärmbelastung werde. Dass der friedliche Protest von der FPÖ vereinnahmt werde, sei "unfair".
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Ende vor der Bezirksvorstehung. |
|
|
|
Weitere Gespräche sollen folgen
Ihr Ende fand die Demonstration vor der Brigittenauer Bezirksvorstehung. Bezirksvorsteher Lacina vereinbarte mit Vertretern der Bürgerinitiative, das Problem in weiteren Gesprächen zu lösen. Gegen 19.15 Uhr löste sich die Menge langsam auf.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
wien.ORF.at
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|