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MI | 11.04.2012
Geplanter Konzertsaal für Sängerknaben (Bild: APA/ARCHIPEL ARCHITEKTUR)
Gemeinderat
"Warnbesetzung" im Augarten
Die Grünen haben sich im Gemeinderat gegen die Entscheidung des Bundes ausgesprochen, im Augarten einen Konzertsaal für die Sängerknaben bauen zu lassen. Sie kündigten eine "Warnbesetzung" an.
Grüne: "Willkür des Bundes"
"Wirtschaftsminister Martin Bartenstein hat mit seiner Unterschrift über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden", sagte die grüne Planungssprecherin Sabine Gretner. Es sei politische Willkür des Bundes, den Bau eines Konzertsaals für die Sängerknaben am Augartenspitz zu ermöglichen.

Schließlich habe man sich Anfang 2006 darauf geeinigt, ein konsensfähiges Leitbild zu erstellen, bei dem auch die Anrainer mit eingebunden sind. Die Entscheidung über den Zuschlag sei aber gefallen, ohne die Ergebnisse dieses Prozesses abzuwarten.
Warnbesetzung am kommenden Montag durch Bürgerinitiativen und Grüne.
Bausperre und "Warnbesetzung"
Die Grünen stellten daher im Gemeinderat einen Beschluss- und Resolutionsantrag mit dem Inhalt, eine Bausperre für den gesamten Augarten zu verhängen. Die Stadtregierung solle endlich "Haltung beziehen".

Zudem kündigten die Grünen an, am Montag gemeinsam mit den Bürgerinitiativen "Freunde des Augartens" und "Plattform Augarten" an einer "Warnbesetzung" des künftigen Konzertsaals teilzunehmen. Beide Bürgerinitiativen kritisierten am Freitag erneut die Entscheidung der Bundesregierung. Man fühle sich vom Wirtschaftsministerium verhöhnt.
"Bürgergespräche konterkariert"
Die SPÖ betonte, dass man zwar die "Nacht- und Nebelaktion Bartensteins" akzeptiere, da der Augarten ja Eigentum des Bundes sei. Allerdings habe Bartenstein damit die bereits geführten Bürgergespräche konterkariert, so SPÖ-Gemeinderätin Elisabeth Vitouch.

Die ÖVP begrüßte die Entscheidung. Das Projekt der Sängerknaben sei von der Finanzierung her besser vorbereitet gewesen. Man sei aber "unglücklich" über den Umgang mit der Bevölkerung.

Die FPÖ sprach von der "ökonomisch besten Lösung". Schließlich seien die Sängerknaben ein internationales Aushängeschild Österreichs, während zeitgenössisches Filmschaffen nur durch Subventionen, nicht aber durch zahlendes Publikum überleben könne.
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