Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Maria Vassilakou bei Augarten-Demo (Bild: APA/Barbara Gindl)
Kommunales
Anrainer erheben Stimme gegen Konzertsaal
Rund 100 Aktivisten haben am Montag im Augarten an einer symbolischen Besetzung teilgenommen, um gegen den Bau eines Konzertsaals für die Wiener Sängerknaben zu demonstrieren.
3.000 Unterschriften gesammelt, kein Erfolg im Rathaus.
Naherholungsgebiet statt Konzertsaal
Unter dem Motto "Augarten statt Baugarten" forderten die Aktivisten, dass der Park als Naherholungsgebiet erhalten bleibt. Im Zentrum der Kritik stand die Stadtpolitik. Man habe 3.000 Unterschriften gesammelt und sei trotzdem nicht zum Büro von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) vorgelassen worden, so Monika Roesler, Vorstandsmitglied des Vereins "Freunde des Augartens".

Ähnlich auch die Obfrau des Vereins, Daniela Kraus. Der Fall Augarten sei ein Beispiel dafür, wie in Wien entschieden werde, "nämlich ohne Einbindung und letztlich gegen den Willen der Anrainer". Das sei nicht zulässig, das betroffene Areal sei öffentlicher Raum. Daher müsse die Frage "Was will die Öffentlichkeit" Priorität haben.
Mann betrachtet Schautafel zum Augarten (Bild: APA/Barbara Gindl)
Vassilakou spricht von "Veräppelung".
Grüne fordern erneut Bausperre
Unterstützung bekamen die Aktivisten von den Wiener Grünen. Klubobfrau Maria Vassilakou erneuerte die Forderung nach einer Bausperre für den gesamten Augartenbereich.

Zuerst müsse der Leitbildprozess mit Einbindung der Anrainer abgeschlossen sein. "Wenn man mit einer Entscheidung vorprescht, veräppelt man die Bürger, anstatt sie ernst zu nehmen", sagte Vassilakou.
SPÖ kritisiert ÖVP kritisiert Grüne
Die Wiener ÖVP warf den Grünen unterdessen vor, aus der Teilnahme an Protesten politisches Kapital schlagen zu wollen. Es stehe zudem "noch lange nicht fest, ob und in welcher Form das Sängerknaben-Projekt umgesetzt werden kann", sagte Planungssprecher Alfred Hoch.

Darauf erwiderte der Vorsitzende des Planungsausschusses Karlheinz Hora (SPÖ), es wäre wünschenswert gewesen, wenn Hochs Parteifreund Minister Martin Bartenstein mit seiner Entscheidung zugewartet hätte. "Wenn sich Hoch jetzt hinstellt und erklärt, wie wichtig ihm Bürgerinitiativen sind, passt das zum eigenartigen Politikverständnis der ÖVP", so Hoch.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News