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DI | 14.02.2012
Gebäude gebietskrankenkasse
Gesundheit
WGKK-Pleite vorerst abgewendet
Die angekündigte drohende Pleite der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) ist für 2007 abgewendet. Der Hauptverband der Sozialversicherungen stundet einen Millionenbetrag. Für die Ärztekammer ist das keine Lösung.
Stundung wird über Katastrophenfonds des Hauptverbandes abgewickelt.
Hauptverband stundet 33 Mio. Euro
Insgesamt 33 Millionen Euro helfen der WGKK aus der finanziellen Misere, berichtete Ö1 am Freitag. Der Hauptverband verzichtet auf die Zahlung dieses Betrags bis längstens Ende September des kommenden Jahres.

Die Stundung wird über den Katastrophenfonds des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger abgewickelt. Der Hauptverband legt, wie es Vorstandsvorsitzender Erich Laminger im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Presse" ausdrückt, quasi einen Schuldschein der Wiener Kasse in den Katastrophenfonds.

Der Fonds ist mit 42 Millionen Euro dotiert und eigentlich für Mehrausgaben wie eine außergewöhnliche Grippeepidemie vorgesehen. "Tritt ein Katastrophenfall ein, dann muss die Wiener Kasse sofort zahlen", so Laminger.
Neues Finanzkonzept wird gesucht.
Langfristige Lösung gesucht
"Das ist kein reines Luftgeschäft, sonst hätte ich es nicht gemacht. Aber wir müssen schleunigst eine Lösung des Gesamtproblems finden, möglichst noch im ersten Halbjahr", betonte Laminger.

Derzeit sei man aber nach wie vor am Sammeln von Statistiken. Bei der Spitalsfinanzierung müssten die Kassen beispielsweise aufgrund von Datenmaterial aus 1994 in den Krankenhausfonds bezahlen. Das könne nicht mehr stimmen.
Zweieinhalb Milliarden Euro jährlich für Medikamente.
Ausgaben für Medikamente senken
Ein möglicher Lösungsansatz liegt im Bereich der Ausgaben für Medikamente. Hier sollen durch einen sorgsameren Umgang der Patienten mit Medikamenten Kosten gespart werden. Denn eine Studie hat ergeben, dass viele Medikamente zwar gekauft, aber nach dem Lesen des Beipackzettels nicht verwendet werden.

Deshalb soll schon vor dem Kauf von Arzneimitteln auf Wirkung und Nebenwirkung aufmerksam gemacht werden. Als Nebeneffekt hofft man darauf, dass solche Medikamente erst gar nicht gekauft werden.

Selbst wenn nur ein geringer Prozentsatz an Medikamenten nicht gekauft wird, könnte bei Gesamtausgaben von mehr als zweieinhalb Milliarden Euro für Medikamente einiges gespart werden.
Dreieinhalb Milliarden Euro jährlich für Spitäler.
Neuregelung für Spitalsfinanzierung
Eine weitere Überlegung ist, die Spitalsfinanzierung neu zu regeln. Hier könnte der Beitrag der Krankenkassen gesenkt werden, weil immer mehr Patienten zu den niedergelassenen Ärzten gehen.

Bei jährlichen Zahlungen von mehr als dreieinhalb Milliarden Euro würde auch da eine geringe Senkung schon beträchtliche Millionenbeiträge ausmachen. Aber da werde an einem Gesamtkonzept gearbeitet, heißt es lapidar.
Ärztekammer: "Herumwurschteln"
"Das Problem wird durch die Stundung des Hauptverbands nur vertagt. Eine Lösung kann man das sicherlich nicht nennen", sagte Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart.

Er nannte die Vorgangsweise des Hauptverbandes ein "unerträgliches Herumwurschteln". Man könnte den Eindruck gewinnen, die Politik versuche "auf Biegen und Brechen der Bevölkerung kurzfristige Lösungen zu präsentieren, um sich über bevorstehende Landtagswahlen zu retten."

Steinhart forderte dazu auf, das Problem zu lösen und nicht nur zu verschieben. Die Politik solle "endlich klare Bekenntnisse zu einer Sicherstellung der Top-Medizin in Österreich präsentieren".
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