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MI | 11.04.2012
kreditkarten (Bild: Raiffeisen)
gericht
Mit Daten fremder Kreditkarten eingekauft
Wie leicht sich Kreditkarten für Betrügereien missbrauchen lassen, hat am Freitag eine Verhandlung im Straflandesgericht gezeigt. Eine Verkäuferin hatte im großen Stil mit fremden Daten eingekauft. Sie bekam 18 Monate Haft.
Über fehlende Unterschriften wurde hinweggesehen.
Unterschrift fälschen war nicht nötig
Die Angestellte Verkäuferin einer Edelboutique hatte sich vor einem Schöffensenat zu verantworten, weil sie zunächst hauseigene Taschen, Pullover und Schuhe per Taxi in ihre Wohnung liefern ließ.

Zum Bezahlen gab sie einfach die Daten eines Kunden an, der seine Kreditkarte versehentlich im Geschäft vergessen hatte. Dabei musste die 32-Jährige nicht einmal die Unterschrift des Kunden fälschen.
Ausnahmen bei Telefon-Bestellungen
In der Boutique wird bei telefonischen Bestellungen über die fehlende Signatur hinweggesehen, "wenn uns der Kunde normal und vertrauenswürdig erscheint", wie die Beschuldigte darlegte.
Bald bestellte sie im großen Stil und ließ ins Auslang liefern.
Betrügerin kam immer mehr in Schwung
Wiederholt habe sie selbst sich einfach die Kartennummern von vorgeblichen Stammkunden durchgeben lassen und nach Belastung der Karte die Lieferung der Designerwaren - zum Teil sogar ins Ausland - veranlasst: "Wir arbeiten ja auf Provisionsbasis", verteidigte sich die Angeklagte.

Sie rief wiederholt bei anderen Nobel-Boutiquen an, gab sich als Filmagentur-Chefin aus und orderte im großen Stil Lederwaren, die ihr zuvor im Schaufenster ins Auge gestochen waren. Als es ans Zahlen ging, gab sie schlicht und einfach die Kreditkartennummern von eigenen Kunden an, die sie sich notiert hatte.
Vertrauen der Bevölkerung erschüttert, so die Begründung des Schöffensenats.
18 Monate Haft
Als Ende September 2007 ihre Machenschaften aufflogen, wurde sie fristlos entlassen. Der Schöffensenat verhängte 18 Monate Haft, davon sechs Monate unbedingt. Erschwerend wurde vor allem der Umstand gewertet, dass sie das Vertrauen der Bevölkerung in unbare Zahlungsmittel erschüttert habe. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
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