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MI | 11.04.2012
Verkehrschaos (Bild: APA/Herbert P. Oczeret)
Happel-stadion
Wiener Linien: "Wir können nicht beamen"
Erhebliche Staus und ein Unfall auf der Tangente haben am Mittwoch den Verkehr rund um das Ernst-Happel-Stadion zum Erliegen gebracht. Experten geben aber Entwarnung. "Beamen können wir noch nicht", hieß es von den Wiener Linien.
Experten beschwichtigen bei der Verkehrsdiskussion.
Kein "tägliches Verkehrschaos"
Es werde nicht das "tägliche" Verkehrschaos bei der EURO geben, hieß es von Seiten einiger Verkehrsexperten. "Wenn sich die Zufahrt auf so kurze Zeit konzentriert, nützt das beste Konzept
nichts", sagte Revierinspektor Michael Takacs von der Landesverkehrsabteilung.

Auch die Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC relativierten. "Bei der Europameisterschaft haben wir einen eigenen Zustand. Es sind viele Maßnahmen geplant, die den Verkehr entlasten werden", hieß es beim Autofahrerclub ARBÖ.

Durch die Ringsperre werden viele ohnehin nicht fahren und das große Plus im Vergleich zu gestern sei, dass nur Busse zum Stadion hineinfahren dürfen. Pkw sollen auf Parkplätze umgeleitet und die Besucher mit Shuttlediensten zum Stadion gebracht werden.
"Wie an einem typischen Montagmorgen".
Konzept grundsätzlich in Ordnung
Auch beim ÖAMTC gab man Entwarnung. "Man kann das Chaos vom Mittwoch mit der Echtsituation nicht vergleichen", sagte Verkehrsexperte Christian Dachs. Das Konzept sei grundsätzlich in Ordnung, die Situation am Mittwoch habe keine Aussagekraft. Eine wesentliche Erleichterung werde auch die zusätzliche U-Bahnverbindung bringen und
die Straßen entlasten.

Dass selbst die Polizei im Stau steckte und Schwierigkeiten hatte, rasch am Ort des Geschehens zu sein, sei laut Takacs ebenfalls nicht weiter tragisch gewesen: "Gerade bei der EURO sind viele motorisierte Kräfte im Einsatz, die problemlos rasch vorwärtskommen."

"Eine Rolle spielte sicher auch, dass die Leute viel zu knapp zum Stadion hingefahren sind. Das ist wie an einem typischen Montagmorgen, wo ich genau dann, wenn ich es eilig habe, ein
Mülltransporter vor mir fährt", sagte Takacs.
"Beamen können wir noch nicht."
Keine Generalprobe für Wiener Linien
Dass auch die öffentlichen Verkehrsmittel beim Länderspiel heillos überfordert waren, wollte man bei den Wiener Linien so nicht stehen lassen. "Wir waren bei der Anreise am Limit, haben den Ansturm aber bewältigt. Auch die
Abreise ist gelaufen wie bei unzähligen Veranstaltungen im Ernst-Happel-Stadion zuvor", sagte Johannes Ehrengruber von den
Wiener Linien.

Dass es nicht klappt, tausende Menschen gleichzeitig abzutransportieren, sei klar. "Den Besuchern ist auch bewusst, dass sie nicht alle in die erste oder zweite Tram einsteigen können", sagte Ehrengruber. Binnen 40 oder 50 Minuten nach dem Match seien alle Fans abtransportiert worden. Die Intervalle der Öffis waren auf den kürzest möglichen Zeitraum reduziert.

Als Generalprobe für die EURO könne man die Situation nicht sehen. Mit der neuen U-Bahn-Station direkt vor dem Stadion wird eine weitere Ausweichmöglichkeit geschaffen. Im Vergleich zu einer Straßenbahn in der 170 Personen Platz finden, fasst eine U-Bahn 900 Menschen. Das ist eine andere Liga in der Transportleistung, so die
Wiener Linien. Und beamen können wir noch nicht, hieß es.
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