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MI | 11.04.2012
Geplanter Konzertsaal für Sängerknaben (Bild: APA/ARCHIPEL ARCHITEKTUR)
kultur
Zeitplan für "Konzertkristall" in Gefahr
Ursprünglich sollte die Baugenehmigung für den neuen Konzertsaal diesen Monat eingereicht werden. Wegen des Widerstands der Anrainer befürchten die Sängerknaben nun aber eine Verzögerung ihres "Konzertkristalls".
Einsprüche von Anrainern ziehen Verhandlungen in die Länge.
Einreichung für März geplant
"Wir rechnen, dass sie insgesamt ein halbes Jahr dauern werden", bestätigte der Direktor der Wiener Sängerknaben, Eugen Jesser, die bereits befürchteten Verzögerungen bei den Bauverhandlungen durch Einsprüche von Anrainern.

Die Einreichung der Baugenehmigung sei für den Frühling geplant. Danach können die Verhandlungen beginnen. Der Baubeginn könne demnach Ende September erfolgen, hofft Jesser. Derzeit laufen noch "technische Vorbesprechungen".

Jesser zum "Unwillen" der Anrainer, auf Kompromissvorschläge einzugehen: "Ein Weg zurück an den Start steht für uns außer Diskussion". Man habe sich einer gemeinsamen Evaluierung mit dem Filmarchiv gestellt, betonte Jesser.
Modell neuer Konzertsaal Sängerknaben (Bild: APA)
Der Verein "Freunde des Augartens" wehrt sich gegen die Einreichung der Baugenehmigung, solange der gemeinsame Leitbildprozess über den betroffenen Standort nicht abgeschlossen ist.
"Im Notfall" auch Besetzungen des Areals.
Bürger planen weitere Protestaktionen
Bürgerinitiativen planen einstweilen weitere Protestaktionen. "Im Notfall" seien auch Besetzungen des Areals geplant. Auch rechtliche Mittel, etwa die Möglichkeit des Einspruchs während der Bauverhandlungen, würden Anrainer in Anspruch nehmen. "Aus unserer Sicht ist noch nichts entschieden", zeigte sich Daniela Kraus, Obfrau der "Freunde des Augartens", zuversichtlich.
Im Rennen um den Standort Augarten hatte das Filmarchiv den kürzeren gezogen.
Filmarchiv sucht weiter nach Standort
Hoffnungen, dass sich das Blatt doch noch pro Filmarchiv wenden könnte, macht sich Filmarchiv-Leiter Ernst Kieninger nicht: "Die Sache scheint juristisch und politisch erledigt zu sein".

Bezüglich eines alternativen Standorts des Filmarchivs ortete Kieninger "keine operative Bewegung". Stadt und Bund übten sich in "auffälliger Zurückhaltung".

Er und Viennale-Chef Hans Hurch würden in den nächsten Wochen das weitere Vorgehen besprechen. Darüber hinaus gelte es, auch die Sponsoren von einem neuen Standort zu überzeugen. Den Vorschlag von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ), das Filmkulturzentrum auf der Donauplatte zu errichten, lehne man weiterhin ab.
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