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MI | 11.04.2012
Bühne des Theaters an der Wien (Bild: TAW)
kultur
Theater an der Wien weitet Programm aus
Das Theater an der Wien verzeichnet in der laufenden Saison eine Auslastung von rund 93 Prozent. Im zweiten Jahr der Opernbespielung ging die Besucherzahl allerdings zurück. Nun soll das Programm ausgeweitet werden.
76.000 Eigenproduktions-Besucher im zweiten Jahr der Opernbespielung.
19. Jahrhundert "nicht tabu"
Gegenüber dem ersten Jahr der Opernbespielung kamen 2007 mit 76.000 Besuchern der eigenen Oper- und Konzertabende insgesamt um 1.500 Zuschauer weniger in die Vorstellungen des Theaters als noch 2006.

In den kommenden Jahren wird es neben Barockopern und Zeitgenossen auch eine Ausweitung des Programms "in alle Bereiche" geben, "auch das 19. Jahrhundert ist für mich nicht tabu", erklärte Intendant Roland Geyer. Dabei wird an Rossini ebenso gedacht wie an Carl Maria von Weber.
"Alle brauchten Verschnaufpause"
"2007 war unser zweites Jahr, das erste nach Mozart. Wir hatten zwar viele Höhepunkte, haben nach dem Mozart-Hype aber auch gemerkt, dass alle eine Verschnaufpause gebraucht haben", sagte Geyer.

"Wir haben auf Saison umgestellt, weil wir gesehen haben: In Wien gegen den Strom zu schwimmen ist zwar keck, doch gegen die eingefahrenen Verhaltensmuster kommt man nicht an. Also mussten wir einen Neustart machen." Vor allem die Abonnenten seien ihre klassische Theater-Saison gewohnt.
Durch Imagekampagne sollen mehr Besucher angelockt werden.
Unzufrieden mit Abo-Lage
Die "Dialogues des Carmélites" sind für Geyer ein Erfolgsbeispiel: "Ich bin begeistert, wie sehr das Wiener Publikum diese Produktion angenommen hat." Unzufrieden sei er mit dem Abo-Sektor: "Wir haben bei Null begonnen und halten jetzt bei 1.000 Abos. Aber wir brauchen 4.000 bis 5.000 Abonnenten. Dafür wird es im Frühjahr auch eine große Imagekampagne geben."
Zwei Kompositionsaufträge vergeben
Das 20. Jahrhundert und die zeitgenössische Musik soll eines der Standbeine des Hauses bleiben. Um die Vorreiterrolle dabei zu unterstreichen hat Geyer zwei Kompositionsaufträge vergeben.

Von Johannes Kalitzke soll in der Saison 2009/10 eine Oper über Witold Gombrowicz' "Die Besessenen" uraufgeführt werden, die junge russisch-amerikanische Komponistin Lera Auerbach, von der 2006 ihre "Dialogues on Stabat Mater" beim Osterklang zu hören war, bereitet für 2010/11 ihre erste große Oper vor. Sie soll um den Autor Gogol kreisen.
"Freischütz" bald im Programm?
Geyer wird sich künftig auch Werken des 19. Jahrhunderts widmen. "So wird nächste oder übernächste Saison sicher Rossini kommen und einen Schwerpunkt bilden. 1820-25 war er häufig im Theater an der Wien, viele seiner Werke sind hier gezeigt worden.

Auch Carl Maria von Weber hat hier gearbeitet. Er ist ein idealer Komponist für dieses Haus." In Erwägung stehen Opern wie "Der Freischütz", "Oberon" oder "Euryanthe".
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