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MO | 13.02.2012
Brautkleid (Bild: APA/FRANZ NEUMAYR)
Gericht
Überfall wegen Hochzeitskleides: Haftstrafen
Weil er kein Geld für ein Hochzeitskleid und eine Feier hatte, ist ein Vater zum Bankräuber geworden. Er und sein Komplize wurden am Mittwoch nicht rechtskräftig zu je sieben Jahren Haft verurteilt.
Weil er die Hochzeit der Tochter unterstützen wollte, wurde Vater zum Bankräuber.
Gemeinsame Aktion mit Schwager
"Ich versuche, ein guter Vater zu sein und ihr etwas bieten zu können. Ich wollte einfach nicht lächerlich dastehen", rechtfertigte sich der 35-Jährige am Mittwoch vor Gericht.

Wenige Tage, bevor die Hochzeit stattfand, trafen einander der 35-Jährige und sein Schwager. Dort beklagte der Brautvater das Fehlen finanzieller Mittel. Er halte diese Situation nicht aus und ließ seinen Schwager wissen: "Mir bleibt nix anderes übrig, als mir einen Strumpf über den Schädel zu ziehen und in eine Bank zu gehen!"
Fluchtfahrzeug mit Wunschkennzeichen
Am 28. Dezember 2007 begaben sich die beiden Männer zu einer BAWAG-Filiale in Wien-Simmering, wobei sich der Brautvater mit einer Gaspistole bewaffnet hatte und sein Schwager das Fluchtfahrzeug lenkte.

Dabei handelte es sich um seinen eigenen Pkw. Dass dieser mit einem ein besonders auffälligen Wunschkennzeichen - den Initialen des Besitzers und seinem Geburtsjahr - ausgestattet war, erleichterte die anschließende Fahndung.

Weil zu viele Kunden in der Bank waren, verließ der Räuber schließlich die Filiale und suchte eine ums Eck gelegene Zweigstelle der Gärtnerbank auf. Dort konnte er zunächst mit 18.000 Euro flüchten, doch auf dem Weg zu seinem Schwager explodierte ein Alarmpaket.
Räuber gingen nicht gerade "professionell" vor.
Beute zuerst weggeschmissen
Der 35-Jährige entledigte sich zunächst der rauchenden, großteils rot eingefärbten Beute, indem er das Sackerl aus dem fahrenden Pkw warf. Sekunden später dämmerte ihm jedoch, "dass das ein Blödsinn war, weil ja meine Fingerabdrücke drauf waren", wie er dem Schwurgericht darlegte.

Die Täter machten kehrt und wurden von Zeugen beobachtet. Am nächsten Tag wurden die beiden festgenommen.
Banknoten "gewaschen"
Detail am Rande: Zwischen Tat und Festnahme hatte der Schwager seiner Ehefrau alles gebeichtet. Gegen diese ist nun ein separates Strafverfahren anhängig: Zunächst hatte sie vergeblich versucht, die roten Banknoten wieder in einen brauchbaren Zustand zu bekommen, indem sie sie in ihrer Waschmaschine einem "Sonderwaschgang" unterzog.

Weil das nicht funktionierte, marschierte sie mit einigen 200-Euro-Noten in ein Wettbüro und fütterte damit Automaten. Das "saubere" Wechselgeld nahm sie dann mit.
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