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MO | 13.02.2012
Fans (Bild: APA/Fohringer)
EURO 2008
Aggressive Lieder im Stadion unerwünscht
Sanfte Klänge statt harter Beats: Bei der Auswahl der Lieder im Stadion wird während der Euro nichts dem Zufall überlassen. Der zuständige DJ Alex List muss jeden Song vorher der UEFA präsentieren.
Aggressive Lieder werden von der UEFA nicht erwünscht.
Songs wie "We Will Rock You" kein Problem
Wenn die Fußballfans während der Europameisterschaft im Juni in die österreichischen Stadien strömen, werden sie von sanften Klängen empfangen. Whitney Houstons "One Moment In Time" statt Rammsteins "Du hast": DJ Alex List hat genaue Vorgaben der UEFA, aggressive Lieder sind nicht erlaubt. Drei Stunden vor dem Spiel soll der 37-Jährige dem Stadionpublikum einheizen.

"Wir sind seit Wochen dabei, Musikpools zu erstellen. Nur daraus spielen wir", sagte List. Jedes Lied wird der UEFA präsentiert. Bisher wurde noch nichts abgelehnt. "Gegen 'We Will Rock You' von Queen wird keiner etwas haben", so List.
Gut aufgelegt in ganz Österreich
DJ Alex List (Bild: ORF)List legt zum ersten Mal in einem Stadion auf. Er wurde am 5. März 1970 in Graz geboren. Nach der Matura in Linz ging er 1991 zu Hitradio Ö3 nach Wien und arbeitete bis 2002 als Redakteur und Moderator. List ist in ganz Österreich als DJ unterwegs.
List macht sich im Vorfeld kundig.
Hat Russland eine Fan-Hymne?
In dem Pool sind 100 bis 200 Lieder. Gespielt werden Disco-Hits, Chartlieder, Fan-Hymnen und Lieder aus den jeweiligen Spielerländern. "Das könnte schwierig werden. Hat Russland eine Fan-Hymne, was ist in Polen Nummer eins?", stellt sich der "Spectators Warm Up-DJ" noch die Frage.

Doch List, der kein Fußballfan ist, hat sich genau darauf vorbereitet. "Ich bin vorher regelmäßig zu Spielen gegangen und habe geschaut, was da so gesungen wird."
Werbeshirts tabu
Die Stadien werden drei Stunden vor Spielbeginn geöffnet. List wird zu dieser Zeit bereits anwesend sein. Er wird bei jedem Spiel in Salzburg und Wien auflegen. Bis zu 60 Songs sind möglich. Die Stadien in Innsbruck und Klagenfurt übernimmt DJ Steefel K. Auch nach dem Match gibt es musikalische Begleitung, bis das Stadion leer ist.

Strenge Auflagen: List darf kein Werbeshirt tragen, weder von Ö3 und seiner Homepage noch von Sportartikelherstellern. Moderationen zwischen den Liedern sind für List nicht vorgesehen, auch Werbejingles dürfen nicht laufen.
Auf den Takt komme es an, so List. "Apologize" etwa sei zu langsam.
Immer ein Klassiker: "I Am From Austria"
Dass die Stimmung kippen könnte, daran glaubt List nicht. "Das sagt mir meine jahrelange Routine. Ich bin derjenige, der es sofort spüren müsste", so der DJ; steht er doch schon seit 20 Jahren am Mischpult.

"Apologize" von Timbaland etwa sei ein totaler Bremser. "Auch wenn es sich die Leute oft wünschen: Der Titel groovt zu wenig, macht zu wenig Party. Um 1.00 Uhr könnte er auf einem Fest wieder gespielt werden."

Stimmung und Lieder seien abhängig von Zeit und Wetter. Bei Sonnenschein wird es anders sein als bei Regen, am Nachmittag anders als am Abend. Doch einer geht immer: "Ich werde bei einem der Österreich-Matches sicher 'I Am From Austria' von Rainhard Fendrich spielen", sagte List.
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