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MO | 13.02.2012
Konzertbesucher (Bild: APA / Hans Klaus Techt)
Kultur
Turbulente Szenen um die Szene Wien
In hitziger Atmosphäre verläuft die Übergabe der Szene Wien. Alte und neue Betreiber lieferten einander am Freitag bei einer Pressekonferenz heftige Rededuelle. Die SPÖ versucht zu beruhigen.
Lautstarke Diskussion.
Auslastung anheben
Die lautstarke Diskussion drehte sich um befürchteten Quotendruck, Angst vor "abgehalfterten Heavy-Metal-Gruppen" und angebliche Redeverbote für gemobbte Mitarbeiter.

Stadthallen-Geschäftsführer Peter Gruber schilderte seine Beweggründe, die Szene Wien an den 50-jährigen Josef "Muff" Sopper zu übergeben: "Die Szene Wien hat eine Auslastung von 44 Prozent."

Überdies sei diese seit vier Jahren rückläufig. Sopper habe mit seinem Planet Music in den vergangenen Jahren eine Auslastung zwischen 75 und 83 Prozent erreicht. Auf dieses Niveau solle die Szene gehoben werden.
Soppers Ideen reichen von einer Walpurgisnacht-Reihe bis hin zu einem Dialektfestival.
Szene für Randgruppen und Unterbau
Sopper zeigte sich von der Emotionalität betroffen. Sein Planet Music, das einem Wohnbau weichen muss, sei bisher ein "offenes Haus für jede Art von Musik" gewesen. Das bleibe auch bei seinem Konzept für die Szene Wien so.

Er wolle wie schon bei der Gasometer-Halle mit dem bestehenden Team der Szene weiterarbeiten. Während im Gasometer die großen Veranstaltungen stattfinden sollen, sollen "Randgruppen" und "kleinerer Unterbau" in der Szene Wien Platz finden. Seine Ideen reichten von einer Walpurgisnacht-Reihe bis hin zu einem Dialektfestival.
Kulturauftrag per Vertrag abgesichert
Laut Geschäftsführer Gruber soll der Kulturauftrag mittels Vertrags abgesichert werden. Sollte der Auftrag nicht erfüllt werden, falle die Szene Wien wieder an die Stadthalle zurück. Die Szene-Mitarbeiter seien Mitarbeiter der Wiener Stadthalle und könnten es auch bleiben.
Grüne empört, SPÖ beruhigt
Die Wiener Grünen zeigten sich über "Art und Weise der Ablöse" empört. Eine große Szene habe zu Recht Angst um ihre Heimstatt. Nun werde Sopper belohnt, am 1. Mai und beim Donauinselfest immer die "SPÖ-Drecksarbeit" gemacht zu haben, so Grünen-Kultursprecherin Marie Ringler.

Im Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) versucht man zu beruhigen und gibt sich diplomatisch. Man vertraue darauf, dass die Programmnische der Szene weiterhin abgedeckt werde.
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