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MI | 11.04.2012
Kunstinstallation am Schottentor (Bild: APA/Barbara Krobath)
chronik
U-Bahn-Station: Mosaik klagt Tibetpolitik an
In der U-Bahn-Station Schottentor klagen nun drei Chinesen auf einem Mosaik die Tibetpolitik der Volksrepublik an: Am Mittwoch wurde das temporäre Kunstwerk von Barbara Krobath offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Temporäre Installation in U-Bahn-Station von Barbara Krobath.
19 Quadratmeter groß
Die Fotografin hat ein eigenes Bild, gemacht auf einer Tibetreise, mit 40.000 Mosaiksteinen auf 19 Quadratmetern nachgebildet.

Hoch über dem Bahnsteig der U2 zeigt es neben dem Schriftzug "Auf nach Tibet" drei chinesische Touristen in einem Abteil der Qinghai-Tibet-Bahn.
Diese 2006 eröffnete Verbindung Chinas mit dem tibetischen Hochland sieht die Künstlerin kritisch als Instrument der Unterdrückung einer besetzten Kultur durch die technischen Mittel einer Besatzungsmacht.
Kunstinstallation am Schottentor (Bild: APA/Barbara Krobath)
Noch mindestens bis Ende September zu sehen.
"Lachen als Maske des Nationalismus"
Bei der Eröffnung sinnierte auch der Kulturphilosoph Wolfgang Müller-Funk über das Lächeln der Abgebildeten und das "Lachen als Maske des Nationalismus'". Lobsang Gyalpo, Vize-Obmann von "Save Tibet Österreich", unterstrich, dass es für die Tibeter weniger zu lachen gebe.

Die neue Zugstrecke sei für ihn eine Genozidbahn, die eine zweite Invasion seiner Heimat mit chinesischen Siedlern und Truppen unterstütze und die schnellere Ausbeutung der Rohstoffe erlaube.

Das ambivalente Bild eines scheinbar harmlosen Touristenmotivs mit politischem Hintergrund hängt noch bis Ende September. Eine Verlängerung ist allerdings nicht ausgeschlossen.
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