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MO | 13.02.2012
EM-Seelsorger Christoph Pelczar (Bild: APA/Georg Hochmuth)
religion
"Euro-Pfarrer" betreut Spieler und Fans
Er ist der offizielle geistliche Coach der Fußball-Europameisterschaft und bietet Mannschaften und Fans Betreuung an. Christoph Pelczar, der gebürtige Pole und "Euro-Pfarrer" weckt bereits das Interesse der Medien.
Gebürtiger Pole und Pfarrer von Weikendorf betreut Spieler
und Fans
"Siege schwer zu bewältigen"
"Es ist schwieriger, seine Emotionen nach einem Sieg in den Griff zu kriegen als nach einer Niederlage", lautet die Erfahrung des Pfarrers und gebürtigen Polen Christoph Pelczar (32). Das gelte für Fans wie für die Spieler.

Warum ein Sieg so schwer zu verkraften ist: "Frust und Enttäuschung sind überschaubare Emotionen. Bei einem Sieg denke ich mir, ich kann mir alles erlauben."

Sein Team will auf der "Friedensmeile" helfen, die Gemüter abzukühlen. 500 Jugendliche werden im Einsatz sein und bei Bedarf enttäuschte Fans "einsammeln". An einer Art "Klagemauer" kann man die niedergeschriebenen Emotionen abgeben, nach der EM wird der gesammelte Frust schließlich verbrannt.
Im Fokus der Journalisten
Selten stürzen sich die Medien derart auf einen Vertreter der Kirche. So will das deutsche Fernsehen eine Reportage über ihn drehen, in Polen war er kürzlich zu einer TV-Diskussion eingeladen. Anfragen gibt es noch von weiteren internationalen Medien, unter anderem von "Newsweek".
Pelczar hat Erfahrungen mit der Rapid-Jugend gesammelt.
Polens Nationalelf will Betreuung
Auch Spieler erhalten Betreuung von Pelczar, das polnische Team ist bereits mit der Bitte um offizielle Betreuung an ihn herangetreten. Besucht werden aber alle Mannschaften, inklusive der österreichischen Nationalelf.

Bei Problemen hilft der "Euro-Pfarrer", der bereits seelsorgerische Erfahrung bei der Rapid-Jugend gesammelt hat, jederzeit auf Anfrage.

Seine Berufung zum Fußball-Geistlichen kommt nicht irgendwoher. Er bezeichnet sich selbst als großen Fan und wird künftig Sport-Bischof Franz Lackner beraten. In der Fußball-freien Zeit ist Pelczar Pfarrer von Weikendorf (Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich).
"Trainierter Geist macht wahren Star aus"
Pelczars Methode bei der Betreuung von Spielern nennt sich spirituelle Psychologie. Wichtig sei es vor allem, das Selbstvertrauen der Spieler aufzubauen: "Aus einem zurückgezogenen Menschen kann man einen echten Tiger machen", sagte er.

Zuerst müsse man allerdings seine eigene Persönlichkeit erkennen. "Nicht nur der super trainierte Körper, sondern der trainierte Geist machen die Spieler zu wahren Stars", so Pelczar.
"Aufhören, 'Cordoba, Cordoba, Cordoba' zu rufen"
Kritik am Cordoba-Mythos
Leise Kritik äußert Pelczar am Cordoba-Mythos der Österreicher. "Wenn wir keinen Erfolg sehen, erinnern wir uns gerne an früher", analysiert er. "Das zeigt, wie hungrig wir nach sportlichem Erfolg sind. Wir sollten endlich aufhören, 'Cordoba, Cordoba, Cordoba' zu rufen."
Soeben Buch veröffentlicht
Pelczars "spirituelle Deutung des Spielfeldes" ist auch im Buch "Steilpass zum Menschsein" nachzulesen. Es erscheint zunächst mit einer Auflage von 5.000 Exemplaren und wird auf der Wiener "Friedensmeile" sowie in der Erzdiözese Wien erhältlich sein.

Das Buch enthält philosophische und religiöse Texte sowie Interviews mit österreichischen Fußballspielern über ihren Glauben. Außerdem wird das Spielfeld "spirituell vermessen".
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