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MO | 13.02.2012
Otto Wagner Schützenhaus (Bild: APA)
chronik
Kaffeehaus für Otto-Wagner-Bau?
In die Revitalisierung von Otto Wagners Schützenhaus am Donaukanal kommt Bewegung. Noch vor Weihnachten sollen Interessenten Ideen äußern können - hoch im Kurs steht der Plan, ein Kaffeehaus einzurichten.
Burghauptmann rechnet mit Eröffnung im Wiener Schützenhaus 2010.
Anschluss an U2 soll sich auszahlen
"2009 wird dort etwas passieren", kündigte der zuständige Burghauptmann Wolfgang Beer für den Bau am Donaukanal an. Man habe die Aufwertung durch den U-Bahn-Bau abgewartet, da das Schützenhaus nun gleichsam einen eigenen Anschluss an die U2 habe. Nun würden noch im Sommer die Untersuchungen des Bauzustands durchgeführt.

Bereits seit längerem zirkulieren Pläne für den Bau, wobei die Idee eines Jugendstil-Wanderpfades mit zentraler Station im Schützenhaus gestorben sei.

Vor Weihnachten soll nun die ergebnisoffene Ausschreibung erfolgen, bei der Interessenten ihre Geschäftsideen einbringen können. Sympathien äußerte der "Hausherr" dabei für die Variante, im Untergeschoß des Baus ein Kaffeehaus einzurichten: "Diese Idee sollte man verwirklichen." Wenn aber jemand den Bau als Wohnhaus nutzen wolle, sage er auch nicht Nein.
Eröffnung 2010 möglich
Auch gehe es bei der Ausschreibung nicht um einen Verkauf, da die Immobilie bei der Burghauptmannschaft verbleibe. Bei einem Beginn der Bauarbeiten 2009 dürfte die Gastronomie vermutlich im Frühjahr 2010 eröffnen.
Ursprünglich Staustufe für Kaiserbad
Das bis 1908 errichtete Schützenhaus diente ursprünglich der Staustufe Kaiserbad als Wehrkran samt Führerstand, bevor die Schleuse 1945 zerstört wurde. Verkleidet ist der Bau mit Granit, Marmor sowie blauen Fliesen mit Wellenornamenten.

1977 erfolgte eine erste Restaurierung, wobei die zweigeschoßige Anlage mit 200 Quadratmetern Grundfläche vom Amt für Eich- und Vermessungswesen für Seminare genutzt wurde. Mittlerweile steht das Gebäude leer.
Weitere Wiener Wagnerbauten werden renoviert.
"Hosenträgerhaus" wird aufpoliert
Bereits im Laufen sind dagegen die Arbeiten an Wagners "Hosenträgerhaus" gegenüber dem Landesgericht. Der Bau erhielt seinen volkstümlichen Namen aufgrund der über die Gesamthöhe der Fassade gezogenen Mauerblenden. Nachdem vor einigen Jahren bereits eine der drei freistehenden Fassaden saniert wurde, wird die Restaurierung fortgesetzt.

"Es kann sein, dass die Gerüste noch bis zum Frühjahr stehen", so Wolfgang Salcher vom Denkmalamt. Unter anderem müssten die Vasen auf dem Dach restauriert werden, die regelmäßig von Krähen angepickt werden.
Selten genutzter Pavillon
Auch an einem dritten Wagner-Werk werden derzeit die Spuren des Zahns der Zeit entfernt, wenn auch deutlich bescheidener. Beim 1899 eröffneten "Pavillon des k.u.k. Allerhöchsten Hofes" in Hietzing, der heute dem Wien-Museum beigeordnet ist, wurden die Jugendstillaternen nach einem Wassereintritt abmontiert und sollen bald an ihren Standort an der Schönbrunner Schlossstraße zurückkehren.

Der Pavillon, der von Wagner als exklusive Haltestelle der Wiener Stadtbahn für den Kaiser konzipiert wurde, wurde vom Monarchen auch benutzt - allerdings nur zweimal: 1899, um die Untere Wientallinie zu eröffnen und 1902, um die Donaukanallinie zu besichtigen.
Neuer Glanz für U6-Stationen
Ungeachtet dieser drei aktuellen Projekte laufen die Arbeiten am größten Wiener Wagner-Projekt wie schon seit Jahren unvermindert: Die Stationsbauten der ehemaligen Stadtbahnlinie, der heutigen U6, werden sukzessive auf neuen Glanz gebracht.
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