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MO | 13.02.2012
Johann Hatzl
Politik
SPÖ-Urgestein Johann Hatzl geht in Pension
Er übte eine Vielzahl wichtiger politischer Funktionen in Wien aus - jetzt geht er in Pension: Johann Hatzl hat am Donnerstag seine Abschiedsrede als Landtagspräsident gehalten.
Hatzl war in den letzten Jahrzehnten in zahlreichen politischen Funktionen tätig.
Übergibt sein Amt an Harry Kopietz
Nach siebeneinhalb Jahren als Präsident hat sich am Johann Hatzl vom Wiener Landtag verabschiedet. Das SPÖ-Urgestein wird bei der kommenden Sitzung am 29. Oktober sein Amt an den derzeitigen SP-Landesparteisekretär Harry Kopietz übergeben. Er habe knapp 50 Landtagssitzungen seit seinem Amtsantritt am 27. April 2001 vorgesessen, erinnerte sich Hatzl.

Sein Ziel sei gewesen, ein möglichst korrekter, politischer Präsident zu sein und "nicht einen engen Weg, sondern eine breite Landstraße der politischen Diskussion" zu gehen. In seiner Abschiedsrede erinnerte Hatzl zugleich an seine zahlreichen Funktionen vor der des Landtagspräsidenten.
Hatzl setzte während seiner Zeit als Stadtrat auch maßgebliche Schritte im U-Bahn-Ausbau.
Hundertwasserhaus und Mieterbestimmung
Hatzl zog quer durch Bilanz: So seien etwa in seiner Zeit als Stadtrat für Wohnen und Stadterneuerung 10.000 städtische Wohnungen errichtet, die Mietermitbestimmung eingeführt und das Hundertwasserhaus errichtet worden.

Auch habe er sich im musealen Bereich verwirklichen können, wobei Hatzl auf die Gründung des Tramway-, des Heizkessel- und des Waschküchenmuseums verwies: "Das Zuckerl war dann die Sanierung der Lueger-Kirche am Zentralfriedhof."
Hatzls Laufbahn
Der gelernte Waggonschlosser ist bereits seit frühester Jugend politisch tätig, begonnen hat er als Bezirksrat in seiner Heimat Simmering. Schon in jungen Jahren stieß er zur Sozialdemokratie, wurde Mitglied und wenig später Funktionär und Vorsitzender der Sozialistischen Jugend.

Hatzl war von 1973 bis 1977 und ist seit 1987 wieder Mitglied des Bundesparteivorstandes der SPÖ. Seit 1988 ist er auch stellvertretender Landesparteivorsitzender der Wiener SPÖ.
1973 wurde Hatzl erstmals in den Wiener Landtag und Gemeinderat gewählt. Er legte dieses Mandat zurück, als er 1976 in den Nationalrat, dem er bis 1979 angehörte, berufen wurde.

Von 1979 bis 1983 war Hatzl Wohnbaustadtrat. 1983 übernahm er das Ressort Verkehr und Energie, von 1991 bis 1994 kamen der Verantwortungsbereich Bürgerdienst, Inneres und Personal dazu, im Jahr 1994 die Wiener Stadtwerke. 1996, als die SPÖ vorübergehend ihre absolute Mehrheit eingebüßt hatte, musste Hatzl aus der Wiener Stadtregierung ausscheiden. Er wurde Vorsitzender des Wiener SPÖ-Gemeinderatsklubs.
Lob von Kollegen anderer Parteien
In Zukunft werde er sich verstärkt seiner Arbeit als Vorsitzender der Wiener Volkshilfe und dem Kampf gegen Armut widmen. Überdies wolle er mehr Zeit ins Private investieren: "Auch unser Hund wird merken, dass es mich öfters gibt", so Hatzl.

Lob kam am Donnerstag von Vertretern aller Fraktionen im Landtag: FPÖ-Mandatar Helmut Günther lobte die Verdienste und die Sachkenntnis des scheidenden Präsidenten. Die Grüne Klubobfrau Maria Vassilakou freute sich über Hatzls Einsatz "für unser geliebtes Simmering", während ihr ÖVP-Kollege Matthias Tschirf dem SPÖ-Politiker alles Gute für die Zukunft wünschte: "Das einzige, was ich ihnen nicht wünsche ist, dass Sie am Wahlabend der kommenden Gemeinderat ein fröhliches Gesicht machen werden."

Und SPÖ-Klubchef Christian Oxonitsch unterstrich, dass es sich mit dem heutigen Tag um keinen endgültigen Abschied handle: "Ein politischer Mensch beendet sein Engagement nicht mit einer politischen Funktion."
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