Wien ORF.at
wetter.ORF.at
MO | 13.02.2012
Straßenbahnlinie (Bild: ORF)
Verkehr
Ringlinien fahren letzte Runden im Kreis
Am 26. Oktober sind die beiden Ringlinien 1 und 2 Geschichte. Sie werden statt als Rundlinien als Durchgangslinien geführt. Zwischen ÖVP, Grünen und SPÖ ist darüber jetzt ein politischer Streit entbrannt.
Wiener müssen sich an neue Straßenbahnrouten in der City gewöhnen.
Fahrzeiten bleiben gleich
Am Nationalfeiertag ist es so weit: Der 1er fährt vom Stefan-Fadinger-Platz in Favoriten über die Ringstraße in die Prater-Hauptallee. Der 2er wird in Zukunft Ottakring und den Friedrich-Engels-Platz verbinden, wobei die Strecke über den Ring und die Taborstraße führt.

Dabei verkehren die neuen Tram-Linien auf Gleisen, die bisher von anderen Linien benutzt wurden, was für diese in Folge das Aus bedeutet: Die Linien 1 und 2 ersetzen somit J, N und 65.

Die baulichen Änderungen sind laut Wiener Linien gering und beschränken sich etwa auf die Errichtung neuer Weichen. Die Fahrzeiten und Intervalle bleiben entweder gleich oder werden verbessert, versichern die Wiener Linien.
3er fährt gleiche Strecke
Ab 2009 werden die neuen Linien 3 und 4 geschaffen. Der bisherige D-Wagen wird zum 3er. Der Streckenverlauf dieser schon bisher als Durchgangslinie geführten Bim bleibt dabei - bis zur Verlängerung auf das Hauptbahnhofgelände - unverändert.

Die Linie 4 ersetzt 2009 die derzeit unter dem Namen 71 fahrende Tram, die überdies verlängert wird. Sie verbindet künftig den Zentralfriedhof mit der Börse. Dabei biegt sie von Simmering kommend auf dem Ring links ab und wird bis zur Börse verlängert, während der 71er derzeit auf dem Schwarzenbergplatz kehrtmacht.
Was sagen Sie zur neue Linienführung?
Längst überfällig.
Bin dagegen, Ringlinie gehört zu Wien dazu.
Ist mir egal.
Nur ein "O" bleibt
Die noch aus der Monarchie stammende Verwendung von Buchstaben als Kennzeichen für Durchgangslinien gehört mit den Umbenennungen im Jahr 2009 jedenfalls der Vergangenheit an.

Lediglich eine Linie wird als Relikt dieses Fähnchen weiterhin in die Höhe halten: die Linie O, die zwischen Praterstern und Migerkastraße in Favoriten verkehrt. Allerdings wurde deren Name von Wien-Besuchern ohnedies meist als "Nuller" missverstanden.
Touristen-Bim als Alternative?
Die ÖVP sprach sich am Dienstag einmal mehr gegen die Einstellung der Ringlinien aus. Besonders für die vielen Touristen würde sich die Umstellung negativ auswirken und man müsste mit einem Ansteigen des Touristenbusverkehrs auf der Ringstraße rechnen, hieß es.

Die Wiener Grünen forderten aus genau diesem Grund die Einführung einer Touristen-Straßenbahn.

Man sei aber nicht generell gegen die Neuführung der Linien 1 und 2 als Durchgangslinien, so die ÖVP. Dann sollte aber eine neue Ringlinie geschaffen werden.

Die SPÖ kann die Kritik nicht nachvollziehen und sieht nur Vorteile für die Nutzer der Straßenbahnen. Durch die neue Linienführung gebe es eine bessere Anbindung an die U-Bahn, das Umsteigen bei der Fahrt zwischen großen Bezirken würde reduziert werden und damit den Kunden eine Zeitersparnis bringen.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News