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MI | 11.04.2012
Das Hundertwasserhaus. (Bild: APA)
Gericht
Hundertwasserhaus muss Namen ändern
Das Hundertwasserhaus muss nach einem Bericht des Magazins "trend" bald "Hundertwasser-Krawina-Haus" heißen. Anwalt Georg Zanger findet das grotesk und will das Urteil erneut bekämpfen.
Gutachten zum Anteil des Architekten
In einem schon jahrelangen Rechtsstreit geht es darum, ob der Name des Grazer Architekten Josef Krawina aufscheinen muss. Zuletzt sollte ein Gutachten klären, ob er einen wesentlichen künstlerischen Anteil an der Tourismusattraktion hat.

In einem Gutachten des Wiener Handelsgerichts heißt es nun, Hundertwasser habe bei seinen Ideen in vielen Fällen auf Vorentwürfe Krawinas zurückgegriffen. Teile der Anlage seien überhaupt von dem Architekten entworfen worden.
Künstler und Architekt überwarfen sich
Die Stadt Wien hatte 1979 Hundertwasser gemeinsam mit Krawina beauftragt, das Haus zu planen und zu errichten. Der Künstler Hundertwasser durfte wegen der Bauordnung keine Architekten- und Statikerleistungen erbringen.

Krawina entwarf den eigentlichen Baukörper nach Plänen Hundertwassers. Unterschiedliche Auffassungen führten zum Bruch der beiden. Krawina schied 1981 aus dem Projekt aus.

Nach dem Tod Hundertwassers 2000 übergab Krawina seine Rechte an Harald Böhm, der den Souvenirshop im Hundertwasserhaus betreibt. Dieser klagte 2001 die Museumsbetriebs GmbH und die Gruener Janura AG als Produzent und Rechtevergeber Hundertwassers.
Das Hundertwasserhaus. (Bild: ORF)
Merchandising-Artikel einstampfen
Die Klage durchlief mehrere Instanzen, bis sie vom Obersten Gerichtshof mit der Auflage an das Wiener Handelsgericht zurückverwiesen wurde, ein Gutachten einzuholen.

Wie der "trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat das aktuelle Urteil auch finanzielle Folgen. Alle Hundertwasserhaus-T-Shirts, Kataloge, Seidentücher, Poster und andere Merchandising-Artikel ohne Hinweis auf Krawina müssen aus dem Verkehr gezogen werden. Der Miteigentümer habe Anspruch auf Tantiemen.
Anwalt will Urteil anfechten
Anwalt Georg Zanger, Vertreter der Betreibergesellschaft, findet das "grotesk": "Nach außen hin sei nichts von Krawina erkennbar. Geht es wirklich nach diesem Erkenntnis, müsste man auch das Looshaus umbenennen", wird er im "trend" zitiert.

Zanger hält das Gutachten für mangelhaft. Er will nochmals Einspruch erheben und notfalls beim Europäischen Gerichtshof weiter prozessieren.
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