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MI | 11.04.2012
Mahnwache (Bild: APA/RENE VAN BAKEL)
Politik
Schlagabtausch vor israelischer Botschaft
Vor der israelischen Botschaft ist es zu einem heftigen Wortwechsel zwischen dem israelischen Botschafter Dan Ashbel und rund 30 Demonstranten gekommen, die gegen israelische Angriffe im Gaza-Streifen protestierten.
Die Aussagen des Botschafters und die der Augenzeugen sind äußerst widersprüchlich.
Diplomat: "Habe Dialog gesucht"
Als sich der israelische Missionschef vor dem Botschaftsgebäude in Wien-Währing an die Demonstranten wandte, wurde er mit einem Sprechchor "Terrorist Israel" begrüßt. Augenzeugen wollen daraufhin vom Botschafter "Wer schießt auf Israel, Sie!", sowie "Alles, was Sie wollen, ist ein Verschwinden des Staates Israel" gehört haben.

Der Diplomat dementierte diese Aussagen: Er habe die Demonstranten darauf aufmerksam gemacht, dass in der Charta der Hamas die Zerstörung des Staates Israel stehe, sagte der Botschafter Dan Ashbel.

"Es war eine Diskussion, wobei ich leider glaube, dass die Leute nicht da waren, um zuzuhören", so Ashbel, der darauf hinwies, dass er den Dialog mit den Demonstranten gesucht habe. "Ich glaube, dass die Leute, die da standen, mit einer fixen Idee kamen und sich von Tatsachen nicht verwirren lassen wollten".
Mahnwache (Bild: APA/RENE VAN BAKEL)
Mahnwache (Bild: APA/RENE VAN BAKEL)
Die Israelitische Kultusgemeinde verteidigte unterdessen das Vorgehen Isreals
"Frauen in Schwarz" mit Transparenten
Die Friedensinitative "Frauen in Schwarz" hatte vor der israelischen Botschaft eine Mahnwache gegen die Angriffe Israels im Gazastreifen abgehalten. "Wahrer Friede für Israel erfordert Gerechtigkeit für Palästina" war etwa auf den Transparenten bei der Mahnwache zu lesen.

"Wir sind empört über dieses Massaker auf ein schutzloses Volk, eingeschlossen in Gaza", meinte die Initiatorin von "Frauen in Schwarz", Paula Abrams-Hourani. Andere Länder und auch die EU würden bei der "Blockade Israels mitmachen", weil sie diese zuließen.

Es sei "ungeheuer", unter welchen Bedingungen die Menschen in Gaza leben müssten. "Wir stehen hier für die Menschen, die keine oder fast keine Stimme in den Medien haben", so Abrams-Hourani.
Mahnwache (Bild: APA/RENE VAN BAKEL)
Viele palästinensische Fahnen
Die polizeilich angemeldete Demonstration, die sonst friedlich verlief, war von der Organisation "Frauen in Schwarz" und "Europäische Juden für einen gerechten Frieden" (EJJP) organisiert worden. Zahlreiche palästinensische Fahnen wurden geschwenkt und Plakate hochgehalten - unter anderem von einer Gruppe namens "Volksfront" mit der Aufschrift "Mörder Israel. Hände weg von Palästina".
Palästinenser
"bedauernswerte Opfer der zynischen Politik der Hamas".
Kultusgemeinde verteidigt Vorgehen
Die Israelitischen Kultusgemeinden (IKG) Österreichs gaben unterdessen bekannt, sich "mit dem Bemühen Israels zu solidarisieren, seine Bevölkerung vor weiteren terroristischen Aggressionshandlungen aus Gaza heraus zu schützen". Kritik, wonach Israel unverhältnismäßig Gewalt einsetze, wies der Verband in der Aussendung als "unsinnig" zurück.

Hätte Israel die Hamas weiter aufrüsten lassen, hätte das eine Auseinandersetzung "nur noch blutiger und länger" gemacht, heißt es darin weiter. Wie auch die Terroropfern auf israelischer Seite seien palästinensische Zivilisten "bedauernswerte Opfer der zynischen Politik der Hamas".

Israel versuche im Gegensatz zur Hamas, zivile Opfer zu vermeiden, so die IKG. Stellungnahmen, die die Vorgeschichte der jetzigen Geschehnisse ignorieren, mangele es an jeglicher moralischen Substanz.
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