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MI | 11.04.2012
Susanne von Almassy (Bild: APA/MÜNSTER Margit/ART)
Kultur
Susanne von Almassy gestorben
Kammerschauspielerin und Ehrendoyenne des Theaters in der Josefstadt, Susanne von Almassy, ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Das hat das Theater in der Josefstadt am Montag mitgeteilt.
"Der Unbestechliche" (Bild: Theater in der Josefstadt) Ehrendoyenne und große Salondame
Susanne von Almassy ist nach Angaben des Theaters in der Josefstadt Montagfrüh in Wien verstorben. Sie zählte zu den großen Salondamen des Wiener Theaters und war an allen wichtigen Bühnen in Österreich, der Schweiz und Deutschland tätig.

Von Almassy, am 15. Juni 1916 als Tochter eines Offiziers in Wien geboren, legte 1938 ihre Schauspielprüfung ab, nachdem sie die Rezitations- und Schauspielklasse der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst in Wien besucht hatte. Bald folgten erste Engagements in Deutschland, unter anderem in Chemnitz und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

Während des Krieges stand sie in Berlin vor der Kamera, so auch 1943 mit Herta Feiler und Hans Söhnker für "Der Engel mit dem Saitenspiel". 1946 kehrte Almassy nach Wien zurück und spielte an den Kammerspielen, am Burgtheater, am Volkstheater und am Theater an der Wien sowie an der Josefstadt.
Theater, Musical und Film: Almassy war in vielen Genres zuhause.
Schauspielerische Vielseitigkeit
Das Repertoire der Künstlerin und Ehefrau von Rolf Kutschera, selbst Schauspieler und langjähriger Direktor des Theaters an der Wien, reichte vom Klassiker über die Boulevard-Komödie bis hin zum Musical. Neben zahlreichen Verpflichtungen im Ausland hielt sie vor allem dem Theater an der Josefstadt die Treue, das sie 1994 zur Ehrendoyenne ernannte.

Von Almassy stand in mehr als sechs Jahrzehnten in über 100 Stücken auf der Bühne, darunter in Schnitzlers "Der einsame Weg" und Molnars "Der Schwan". Sie spielte Autoren wie Eugene Scribe, Anton Tschechow, G.E. Lessing und William Shakespeare.
"Der Schwan" mit Vilma Degischer (Bild: Theater in der Josefstadt)
Die Künsterlin erhielt unter anderem das Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien.
Vielfach ausgezeichnet
Außerdem trat sie in rund 40 Filmen und TV-Produktionen mit Stars wie Curd Jürgens und Hans Moser auf. Die Doyenne wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Man bedachte sie unter anderem 1970 mit der Kainz-Medaille, 1988 mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Wien und 1999 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

Zuletzt war sie 1998 in den Kammerspielen in "Zwei ahnungslose Engel" und in der Josefstadt 1999 in Kurt Heintels Jubiläumsmatinee zu sehen. Im Jahr 2001 wirkte sie in Elfriede Otts "Der Komödie zweiter Teil" mit.
"Große Persönlichkeit des Theaters"
Tief betroffen reagierte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) auf den Tod von Kammerschauspielerin Susanne von Almassy: "Wien verliert eine große Persönlichkeit des Theaters", so Mailath-Pokorny, auf die Karriere der vielseitigen Künstlerin an den Wienern Theatern verweisend.
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