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GESELLSCHAFT |
20.03.2009 |
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ZARA: Mehr Konflikte unter Nachbarn
704 rassistische Vorfälle sind im Vorjahr gemeldet worden. Das ist ein leichter Rückgang, geht aus dem am Freitag präsentierten Bericht der Wiener Anti-Rassismus-Stelle ZARA hervor.
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Simple Konflikte schaukeln sich auf
Der Rückgang geht allerdings nur darauf zurück, dass weniger rassistische Beschmierungen gemeldet wurden. Eines der größten Probleme ortet ZARA, der Verein für Zivilcourage und Rassismusarbeit, nun in Nachbarschaftskonflikten etwa in Gemeindebauten.
Demnach sind es oft simple Nachbarschaftskonflikte, die sich aufschaukeln und zu rassistischen Beschimpfungen oder Übergriffen führen. Dabei geht es um die Benützung von Waschküchen, um angebliche Verschmutzung und Lärm.
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Konfliktmediation wird auch abgelehnt. |
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Grundlose Anzeigen wegen Lärmbelästigung
Bei der Präsentation des Berichts wurde folgendes Beispiel von ZARA genannt: Eine Gemeindebaubewohnerin türkischer Herkunft wird immer wieder von ihrer Nachbarin wegen Lärmbelästigung angezeigt - völlig grundlos, wie die Polizei feststellt.
Der Konflikt eskaliere, so der Leiter der Beratungsstelle, Wolfgang Zimmer: "Oftmals, wenn die Nachbarin bemerkt, dass sich Frau P. im Stiegenhaus befindet, öffnet sie ihre Wohnungstüre und schreit: 'Ausländer raus!' Der Versuch, eine Konfliktmediation durch die Wiener Gebietsbetreuung durchzuführen, bleibt ohne Erfolg, da die Nachbarin die Teilnahme an einem Gespräch verweigert."
ZARA beschäftigte sich im Vorjahr mit 50 ähnlich gelagerten Fällen, der Großteil davon spielte sich in Wiener Gemeindebauten ab.
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Kündigung des Mietvertrags als letzte Konsequenz. |
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Mediation bisher nur freiwillig
Eine Teilnahme an derartigen Gesprächen ist derzeit freiwillig. In Fällen hartnäckiger ausländerfeindlicher Beschimpfungen müsste ein Schlichtungsgespräch verpflichtend vorgeschrieben werden, so ZARA.
Zudem sollten Mieter, die rassistisch belästigen, in letzter Konsequenz gekündigt werden, verlangt die Beratungsstelle. Hier müsste die Stadt ihre Konfliktösungs-Angebote ausbauen.
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Als Erfolg vermeldete ZARA unter anderem auch die Verurteilung eines Internet-Users, der homophobe und rassistische Kommentare postete. Er wurde im Wiener Landesgericht zu neun Monaten Haft, davon zwei unbedingt verurteilt.
Auch das überraschend große Interesse von Schülern und Lehrern an ZARA-Workshops wird als Erfolg gewertet. Dabei würden Vorurteile ausgesprochen, um sich ihrer bewusst zu machen, um sie dann diskutieren zu können.
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wien.ORF.at; 17.2.09
Die Diskussion über Rassismus ist nach dem mutmaßlichen Polizeiübergriff auf einen schwarzen US-Lehrer neu entflammt.
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