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DI | 14.02.2012
Logo der Volksbank (Bild: APA/Robert Jäger)
WIRTSCHAFT
Eine Milliarde vom Staat für Volksbank AG
Die Volksbank AG (ÖVAG) hat am Dienstag eine Milliarde Euro vom Staat bekommen. Die Gruppe war aufgrund des Debakels der Kommunalkredit und teurer Abschreibungen tief in die roten Zahlen gerutscht.
2008 Nettoverlust von 152 Mio. Euro. eingefahren
Vorsteuerverlust liegt bei 400 Millionen
Die Bilanz sieht alles andere als rosig aus: Das Debakel um die Ende 2008 notverstaatlichte Kommunalkredit sowie teure Abschreibungen auf Wertpapiere (Lehman, Island etc.) und auf Immobilienaktivitäten (Europolis) haben die viertgrößte Bank Österreichs im abgelaufenen Jahr tief in die roten Zahlen gebracht. Selbst unterm Strich blieben 152 Mio. Euro Nettoverlust.

Der Vorsteuerverlust der ÖVAG belief sich 2008 auf 402 Mio. Euro, im Jahr davor, 2007, gab es da noch einen Gewinn von 388 Mio. Euro.
"Das abgelaufene Jahr war für die Bank mit Sicherheit das schwierigste seit Jahren. Mit der Begebung des Partizipationskapitals sind wir für die Zukunft gerüstet", so Franz Pinkl, Generaldirektor der Volksbank AG.

Mit der Republik gibt es seit vorigem Freitag den Vertrag über die Hereinnahme von einer Milliarde Euro staatlichem Partizipationskapital (PS-Kapital).
Neuer Bankchef soll in Kürze folgen.
Keine Gewinnausschüttung an Aktionäre
Anders als noch vor einigen Wochen geplant gibt es für die Aktionäre für 2008 keine Gewinnausschüttung. Der Hauptversammlung (HV) im Mai wird wohl keine Ausschüttung vorgeschlagen werden, teilte der scheidende ÖVAG-Chef Franz Pinkl in Wien mit.

Pinkl ist wegen Streitigkeiten um die Ausrichtung der Bank und wochenlangen Ablösegerüchten per Ende April zurückgetreten. Seinen neuen Job als Chef der Kärntner Hypo Alpe Adria tritt er am 1. Juni an. Sein Nachfolger an der ÖVAG-Spitze soll binnen zweier Wochen fest stehen.
Allein Kommunalkredit-Notausstieg belastet die Bilanz mit 584 Mio. Euro.
Von Lehman-Pleite getroffen
Die größte Belastung erwuchs der ÖVAG mit der Trennung von der um den Jahreswechsel um einen Euro an den Staat abgetretenen Kommunalkredit, deren Geschäftsmodell wegen der Finanzkrise zusammengebrochen war und die hohe Spekulationsverluste hatte.

Die gesamte "Entkonsolidierung" belastete die ÖVAG-Ergebnisrechnung 2008 samt nötiger Abschreibungen des Kommunalkredit-Engagements mit 584 Mio. Euro.

83 Mio. Euro Wertberichtigungen hatte die ÖVAG wegen der Lehman-Pleite zu verkraften und 63 Mio. Euro auf Island-Papiere. Wegen des belasteten Immobilienumfelds im Osten hat die Bank den Firmenwert ihrer Immobiliengesellschaft Europolis zur Gänze abgeschrieben, was die Bankbilanz nochmals mit 170 Mio. Euro belastete.
Aufnahmestopp bei Mitarbeitern
8.926 Mitarbeiter hatte die ÖVAG zum Ultimo, davon 2.080 im Inland und 6.846 im Ausland. Im Osten steht der Konzern jetzt auf der Bremse. Einen größeren Personalabbau hat man laut Pinkl im Konzern nicht vor, wohl aber gebe es schon länger Aufnahmestopp. Abgänge würden durch interne Nachbesetzung besetzt, man setze auf natürliche Fluktuation.
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