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MO | 13.02.2012
Honsik (Bild: APA/Schlager)
JUSTIZ
Honsik vor Gericht: "Ich bin kein Täter"
Der Prozess um Holocaust-Leugner Gerd Honsik ist am Freitag fortgesetzt worden. Der 67-Jährige, der sich "Nicht schuldig" bekennt, nahm ausführlich zu den Anklagepunkten Stellung.
Honsik gewährte tiefe Einblicke in seine Gesinnung.
Stellt Existenz von Gaskammern in Frage
Das Verbotsgesetz zwinge ihn "nicht dazu, an die sechs Millionen vernichteten Juden zu glauben", gab Honsik zu Protokoll. Er sei ja "kein Täter".

Zu jeder inkriminierten Passage wollte sich der Angeklagte verteidigen, wobei ihn sein Anwalt Herbert Schaller unterstützte. Schaller gab unter anderem zu bedenken, die "deutsche Justiz" habe mittlerweile festgestellt, "dass es die Gaskammern so nicht gegeben hat."

Honsik wiederum behauptete, im Konzentrationslager Mauthausen wären "im Nachhinein Rekonstruktionen" vorgenommen worden. Man habe "das jüdische Verfolgungsschicksal missbraucht, um eine gewisse Propaganda zu betreiben". "Als Historiker sind sie eine absolute Null", warf daraufhin Richter Andreas Böhm ein.
Honsik: Wollte niemanden kränken
Honsik erläuterte, warum er seit 1994 die Existenz der Gaskammern nicht mehr "total" bestreite. Im selben Atemzug kündigte er allerdings "Beweise" an, denen zufolge die Vernichtung in Auschwitz "außerhalb des Lagers, in kürzlich entdeckten Räumlichkeiten im Wald" erfolgt sei.

Noch im Jahr 1991 - und damit 46 Jahre nach Kriegsende - hatte Honsik in seiner Zeitschrift die Massenvernichtung in Auschwitz "kranken Hirnen der alliierten Propaganda" zugeschrieben. Damit konfrontiert, stellte er nun fest: "Ich habe fest geglaubt, dass es die Vernichtung der Juden in den Gaskammern nicht gegeben hat." Geleugnet habe er diese jedoch nicht.

Falls sich dennoch "jemand darüber gekränkt hat, bedaure er das", so Honsik. Er habe sich damals "in voller Euphorie" befunden, weil ein Wiener Zeitgeschichtler, der im Gerichtsauftrag ein Gutachten über die Existenz von Gaskammern erstellen sollte, "keine Beweise" geliefert hätte.
Über 15 Jahre lang Fälschungen durchgeführt.
Zeitraum von rund 15 Jahren
Der Staatsanwalt wirft Gerd Honsik vor, in einem Zeitraum von rund 15 Jahren an Geschichts-Fälschungen federführend beteiligt gewesen zu sein. Honsik sei nicht nur ein "irgendein kleiner Nazi, sondern habe in der rechtsextremen Szene einen Namen", hieß es beim Prozessauftakt.

In den Jahren zwischen 1987 und 2003 habe er in Zeitschriften und Büchern einschlägige Texte veröffentlicht. In den Inhalten habe er unter anderem den Holocaust geleugnet.

Diese Meinung teilt der Angeklagte nicht mit dem Staatsanwalt: Er sei weder Rassist, noch Antisemit, auch kein Nationalsozialist und kein Holocaust-Leugner, beteuerte Hosnik vor dem Geschworenen-Gericht seine Unschuld.
Bücher nun vom Verfahren ausgenommen
Der Geschworenensenat hat am Freitagnachmittag zur Vermeidung von Verfahrensverzögerungen entschieden, dass nur mehr im Zeitraum 1987 bis 2003 erschienene Ausgaben der von Honsik herausgegebenen Zeitschrift "Halt!" prozessgegenständlich sind.

Die ebenfalls inkriminierten Bücher "Schelm und Scheusal" sowie "Der Juden Drittes Reich" wurden ausgeschieden.

Diese Werke werden zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Verfahren gemeinsam mit Veröffentlichungen Honsiks im Internet behandelt, sofern die Staatsanwaltschaft auf der weiteren Verfolgung besteht.
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Angeklagter 25 Mal vorbestraft
Der Angeklagte ist in der österreichichen Justiz kein unbeschriebenes Blatt: 25 Mal ist Honsik bereits vorbestraft. Bei einer erneuten Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Der Prozess wird möglicherweise am Montag zu Ende gehen.
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