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DI | 14.02.2012
Gerd Honsik
GERICHT
Honsik verlor Beherrschung: Warten auf Urteil
Im Prozess gegen den Holocaust-Leugner Gerd Honsik hat der Angeklagte am Montag die Beherrschung verloren und im Gerichtssaal zu schreien begonnen. Er sprach von einem "politischen Schauprozess".
Honsik wird vorgeworfen, jahrelang nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet zu haben.
Geschichtsschreibung "ein Furz der CIA"
Der 67-jährige Angeklagte nahm zu den einzelnen Anklagepunkten Stellung und erklärte, wie er zu seinen Aussagen gekommen war.

Honsik wollte vor Gericht etwa beweisen, dass die Waffen-SS keine verbrecherische Organisation war, stellte erneut die Existenz von Gaskammern in Frage und sagte, dass der Zweite Weltkrieg ein "gerechtfertigter Heldenkampf gegen den Kommunismus" war.

Außerdem gab Honsik an, dass die offizielle Geschichtsschreibung unter dem Einfluß der CIA gestanden habe, sie sei ein "Furz der CIA".
Honsik: "Ich will mich verteidigen dürfen!"
Nachdem der Vorsitzende Andreas Böhm wiederholt seine recht wirren Beweisanträge großteils mangels Relevanz abgewiesen hatte, begann der 67-Jährige zu schreien und mit den Fäusten auf den Tisch zu trommeln.

"Ich will mich verteidigen dürfen. Ich habe nix zu verlieren. Ich habe statistisch noch neun Jahre Lebenserwartung."
Der Richter unterbrach Honsik immer wieder und wies dessen Ausführungen ab.
Richter wies Honsik zurecht
Zur Eskalation kam es, als der Vorsitzende Honsiks These, dass sich die Bevölkerung in Österreich 1945 großteils nicht befreit gefühlt habe, ebenfalls nicht zuließ. "Wenn sie mir diesen Beweis auch noch abschneiden, dann ist das ein politischer Schauprozess", echauffierte sich der Angeklagte.

"Ich habe ihnen schon einmal gesagt, halten sie sich zurück mit ihren Aussagen", entgegnete der Richter. Daraufhin kam es zu den Ausbrüchen Honsiks.

Verteidiger Herbert Schaller, gegen den laut Staatsanwaltschaft selbst ein Verfahren anhängig ist, unterstützte seinen Mandaten: "Er darf sich nicht verteidigen."
Gerd Honsik zwischen Polizisten im Gerichtssaal
Honsik: Bin kein Nazi
Schließlich legte der Angeklagte sein Weltbild dar: "Ich zähle mich nicht zu den Nazis. Ich habe mich nie vom Nationalsozialismus distanziert, weil ich nicht dabei war. Ich differenziere mich davon."

Er fühle sich als Sozialdemokrat, lehne aber auch "die Schulmeinung, die den Nationalsozialismus verteufelt, ab". Und auf die Frage Schallers, ob er jemals etwas geschrieben habe, von dem er nicht überzeugt gewesen sei, antwortet Honsik: "Nie in meinem Leben!"
Flucht nach Spanien
Honsik ist bereits im Jahr 1992 von Wiener Geschworenen wegen Wiederbetätigung zu eineinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Statt die Strafe anzutreten, hat er sich damals nach Spanien abgesetzt.
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