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DI | 14.02.2012
Fritz Muliar
KULTUR
Große Trauer um Fritz Muliar
Mit Betroffenheit reagieren Kulturszene und Politiker auf den Tod von Kammerschauspieler Fritz Muliar. Er war die "Personifikation eines Kulturlebens, das es in dieser Form nicht mehr geben wird", so Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ).
Claudia Schmied (Bild: ORF) Schmied: "Schmerzlicher Einschnitt"
Schmied weiter: "Er verkörperte Mitteleuropa in seiner Buntheit, Schauspielertum in seiner komödiantischsten und dramatischsten Art und Menschlichkeit in der besten Form."

"Streitbar hat er sich stets im österreichischen Kulturleben eingebracht. Unbestritten sind seine Verdienste für Österreich. Sein Tod ist ein schmerzlicher Einschnitt im österreichischen Kulturleben."

Auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) sagte: "Muliar war ein echter Österreicher, in dem jeder einen Teil von sich selbst findet."
Michael Häupl (Bild: SPÖ) Häupl: "Humanistisches Gewissen"
Tief betroffen zeigten sich auch Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ).

"Österreich verliert eine der herausragendsten schauspielerischen Persönlichkeiten, die sich nicht nur auf der Bühne des Theaters, sondern auch auf der Bühne des Lebens lautstark Gehör verschafft hat."

"Er war das humanistische Gewissen Österreichs und auch jenes der Sozialdemokratie, ein Mahner gegen Unmenschlichkeit und rechtes Gedankengut und hat sich nicht gescheut, immer wieder Stellung zu beziehen und für seine Ideale und Anschauungen einzutreten", so Häupl und Mailath.
Fischer (Bild: EPA) Fischer: Muliar auch ein politischer Mensch
Mit Bestürzung reagierte auch Bundespräsident Heinz Fischer: "Das ist ein großer menschlicher Verlust." "Er war ein liebenswerter Mensch, ein Volksschauspieler und ein Österreicher im besten Sinne des Wortes."

Nach seinen Erfahrungen in der Gefangenschaft der Nazis sei Muliar stets auch "ein sehr politischer Mensch" gewesen, "diese proösterreichische und prodemokratische Gesinnung hat er sein Leben lang beibehalten".
Reaktionen von ÖVP, FPÖ, BZÖ und Grünen
Der Wiener Kultursprecher der ÖVP, Franz Ferdinand Wolf, würdigte mit Muliar einen "Schauspieler der alten Garde". "Als Publikumsliebling hatte er auch eine natürliche Autorität, die seinen Meinungen zu politischen Vorgängen in Österreich automatisch Gewicht verlieh. Und goschert sein, wie er es nannte, empfand er als seine Pflicht", betonte Wolf. "Wenn Fritz Muliar grantig wurde und seinen Standpunkt vertrat, war er unerbittlich."

FPÖ-Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner würdigte Muliar als "großen Volks- und Charakterdarsteller": "Nach einem schönen und erfüllten Leben, bei dem er auf vielen österreichischen Bühnen tätig war, ist ein zweifelsohne großer Schauspieler von uns gegangen." BZÖ-Kultursprecher Stefan Petzner verwies auf Muliars Paraderolle als Schwejk, die unvergessen bleiben wird. "Sein Tod hinterlässt eine große Lücke in der österreichischen Theaterlandschaft."

Der Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl, hob vor allem Muliars "Zivilcourage, sein unerschrockenes Auftreten gegen jegliches Wiederaufflackern des Nationalsozialismus" hervor. "Was an Fritz Muliar sofort auffiel, war sein unglaublicher Sprachwitz", erinnert sich Zinggl. "Muliar ließ sich das Maul eben nicht verbieten", meinte Zinggl.
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