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MI | 11.04.2012
Mexikanische Hochlandkärpflinge Rio Tamazula (Bild: Haus des Meeres)
RW-Tierecke
Haus des Meeres rettet Hochlandkärpflinge
Es gibt 40 Arten von Mexikanischen Hochlandkärpflingen. Mehr als die Hälfte ist jedoch massiv bedroht. Das Haus des Meeres startet eine Rettungsaktion und bildet ein Netzwerk von Zoos und privaten Züchtern zum Schutz der Fische.
Kurator Michael Köck vor dem Schauaquarium. (Bild: ORF)
Die Hochlandkärpflinge findet man im 2. Stock.
Kleines Aquarium zur Besucherinformation
Im zweiten Stock des Aquazoos steht ein kleines Schauaquarium. Ein Informationsblatt über dem Aquarium weist auf die Gefährdung der Mexikanischen Hochlandkärpflinge hin. Die kleinen, bunt gefärbten Fische im Schauaquarium gehören jedoch einer Art an, die nicht so gefährdet ist, erklärt Michael Köck, Kurator für Süßwasserfische.

"Die stark gefährdeten Arten sind bei uns im Quarantänebereich untergebracht. Da habe ich optimale Bedingungen geschaffen und kann ständig kontrollieren, dass ihnen ja nichts passiert", erklärt der begeisterte Zoologe.
Kurator Michael Köck im Quarantänebereich. (Bild: ORF)
Die Zucht der Hochlandkärpflinge ist seine Passion.
Vielfache Bedrohung in ihrer Heimat Mexiko
Der Quarantänebereich vom Haus des Meers befindet sich im sechsten Stock. Besucher haben hier keinen Zutritt. Neben den Seepferdchen steht eine ganze Reihe von Aquarien, die für die Mexikanischen Hochlandkärpflinge reserviert sind. Hier züchtet Michael Köck eine seltene Art der Hochlandkärpflinge.

In ihrer Heimat Mexiko sind die Fische inzwischen selten geworden und bedroht. "Ein Problem ist die Verschmutzung der Flüsse. Außerdem wird viel Wasser für die Industrie abgepumpt. Eine Bedrohung sind auch große Fische, die zur Eiweißversorgung der Bevölkerung eingesetzt werden und die kleinen heimischen Fische fressen", erklärt Köck.
Zoologe Michael Köck fängt einen Kärpfling. (Bild: ORF)
Zwei Arten von Hochlandkärpflinggen leben nur mehr in Aquarien, eine weitere Art gilt schon als ausgestorben. Mehr als die Hälfte der Arten ist stark bedroht. Nur ein massiver Schutz kann das Leben der Hochlandkärpflinge sichern.
Mexikanische Hochlandkärpflinge. (Bild: ORF)
Weltweite Programme sollen die Fische erhalten.
Internationales Netzwerk
Um die Fische zu schützen hat Michael Köck ein ehrgeiziges Projekt ins Leben gerufen: Alle Zoos und private Züchter, die Mexikanische Hochland-Kärpflinge halten, hat er in einem Netzwerk vereint. Sie sollen Wissen und Zuchttiere austauschen und gemeinsam Programme ausgearbeiten, um das Überleben dieser interessanten Fische zu gewährleisten.

Seit 12 Jahren widmet sich Michael Köck der Zucht von Hochlandkärpflingen, nicht nur beruflich. Zuhause hat er 27 Aquarien mit rund 800 Fischen, alles Mexikanische Hochlandkärpflinge. Der Schutz und die Erhaltung dieser Fischart ist ihm ein Anliegen.

Warum diese Fischart ihn so sehr fasziniert? Grund ist die besondere Art der Geburt, für Biologen ein Wunder der Natur: "Sie sind lebendgebärend, wobei sie Strukturen am Bauch der Jungfische und in der Leibeshöhle der Weibchen entwickelt haben, die eine ähnliche Funktion besitzen wie bei uns Menschen Nabelschnur und Plazenta."
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