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DI | 14.02.2012
Wiener Polizei am Eingang zum Tempel (Bild: APA/Benedikt Löbell)
CHRONIK
Sikh-Attacke angeblich nicht absehbar
Einen Tag nach dem Angriff auf einen Sikh-Tempel in Wien hat die Polizei Aussagen von Vereinsmitgliedern dementiert, wonach es Hinweise auf die Bluttat gegeben habe. Auslöser dürfte der Inhalt einer Predigt gewesen sein.
Emotionen könnten sich aufgeschaukelt haben
"Wir können davon ausgehen, dass sich die Emotionen aufgrund der vorgebrachten Inhalte aufgeschaukelt haben", so Werner Autericky vom Landesamt für Verfassungschutz.

Laut Polizei habe es vor der Bluttat aber keinen Grund gegeben, eine Gefährdung zu sehen. Einer der Gurus sei schon mehrere Male in Wien gewesen. Auch der Vereinsobmann hätte diesbezüglich keine Bedenken geäußert.

Dass die Tat schon lange geplant war, sei unwahrscheinlich. Der Tatort habe auf jeden Fall einem Schlachtfeld geglichen. Die Spurensicherung werde noch Tage dauern, so die Polizei. Bisher seien eine Pistole und zahlreiche Messer sichergestellt worden. Wer geschossen hat, ist laut Polizei aber noch unklar.
"Wien heute"-Video vom Tatort
Verschiedenen Strömungen innerhalb der Religionsgemeinschaft als Grund?
Nur Spekulationen über Motiv
Einen persönlichen Konflikt zwischen den Gurus und den Attentätern hatte die Polizei schon zuvor eher ausgeschlossen. Die Polizei vermutete vielmehr Meinungsverschiedenheiten zwischen verschiedenen Strömungen der Sikh-Gemeinschaft als Ursache.

Über einen Zusammenhang zu einem Sikh-Tempel in einem anderen Bezirk Wiens, in der Donaustadt, gibt es laut Polizei nur Spekulationen. Laut Zeugen gab es angeblich Konflikte mit dem Sikh-Haus in Rudolfsheim.
Mühsame Befragung der Verdächtigen
Die sechs mutmaßlichen Täter dürften in Wien gewohnt haben. Drei von ihnen seien identifiziert, zwei von ihnen sind Asylwerber. Einer hält sich seit 2001 in Österreich auf, die beiden anderen seit dem vergangenen Jahr. Ein weiterer Verdächtiger habe bisher noch nicht geredet, von einem anderen seien drei verschiedene Namen bekannt, so Autericky.

Die Einvernahme sei nur mittels Dolmetschern möglich und gestalte sich mühsam, so Michael Takacs von der Wiener Polizei.

Einer der mutmaßlichen Täter wurde auf jeden Fall Montagabend aus dem Landesklinikum Krems nach Wien verlegt, wie Rudolf Slamanig, Leiter des NÖ Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), bestätigte. Der Mann war am Sonntag nach Krems eingeliefert worden, wo er unter Bewachung stand.
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