Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Jobanzeige in Zeitung (Bild: Fotolia/matttilda)
ARBEITSMARKT
11,4 Prozent mehr Arbeitslose im Mai
Mit 11,4 Prozent hat das AMS Wien im Mai einen deutlichen Zuwachs an Arbeitslosen verzeichnet. Im österreichweiten Vergleich ist dies der bei weitem geringste Zuwachs. Die Opposition betont den starken Anstieg bei Jugendlichen.
Österreichweit betrug der Anstieg 29,7 Prozent.
Bundesweit geringster Anstieg
68.073 Personen waren arbeitslos gemeldet. Das sind um 6.975 mehr als vor einem Jahr. In Prozenten stieg die Arbeitslosenzahl somit um 11,4 Prozent. Österreichweit stieg diese Zahl um 29,7 Prozent.

"Gemessen am Bundesdurchschnitt hält der Wiener Arbeitsmarkt dem Abschwung immer noch gut stand", sagte AMS-Wien-Chefin Claudia Finster.
Männer stärker betroffen
Männer waren vom Anstieg weit mehr betroffen als Frauen. Das Plus bei Männern betrug 16 Prozent, bei Frauen, 5,1. Von den Branchen her betrachtet waren die höchsten Anstiege in der Metall- und Elektrobranche zu verzeichnen, gefolgt von Büroberufen und Handel. Leicht gefallen ist hingegen die Zahl der Arbeitslosen im Gesundheitsbereich.
Der Lehrstellenmarkt wurde schwächer.
Starker Anstieg bei Jugendlichen
Sehr uneinheitlich ist das Bild nach Altersgruppen betrachtet. Bei Jugendlichen bis 24 Jahre stieg die Zahl der Arbeitslosen um 26,1 Prozent oder 2.047 Personen. Im Haupterwerbsalter von 25 bis 49 Jahren steig die Arbeitslosigkeit um 11,1 Prozent, in der Gruppe älter als 50 Jahre um 3,9 Prozent.

Der Wiener Lehrstellenmarkt ist im Mai schwächer geworden. Die Zahl der Stellenangebote fiel um 87 auf 297, 29 Jugendliche mehr, insgesamt somit 1.125, suchten eine Lehrstelle.
Wieder mehr in Schulungen
Gegenüber dem Mai des Vorjahres hat sich die Zahl der Schulungen erhöht. Derzeit besuchen 23.399 Personen Weiterbildungskurse, das sind um 22,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Finster: "Es ist ein Gebot der Stunde, in Fortbildung zu investieren. Je höher die Qualifikation, desto größer die Chance, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen."
Opposition spricht von "Schönfärberei"
Die ÖVP warf der SPÖ verfehlte Arbeitsmarktpolitik vor. Wien habe enorm viele Arbeitsplätze in der Produktion verloren. Dass Wien von der Entwicklung im Produktionsbereich nun deutlich weniger betroffen sei, verstehe sich daher von selbst, so Stadträtin Isabella Leeb.

Die FPÖ betonte den hohen Zuwachs der Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen. Ein von der FPÖ oft gefordertes Maßnahmenpaket für Lehrlinge habe Bürgermeister Häupl aber noch immer nicht veranlasst, so Klubobmann Eduard Schock.

Auch die Grünen kritisierten besonders den hohen Anstieg bei den Jugendlichen. Die SPÖ übe sich in Schönfärberei, während immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene unter das Existenzminimum rutschen würden, so Grünen-Stadträtin Monika Vana.
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