Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Cable Liner (Bild: APA)
KOMMUNALES
Cable-Liner und Wohnungen für Hauptbahnhof
Rund um den neuen Hauptbahnhof in Wien sollen besondere Wohnprojekte entstehen. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) bestätigte, dass der Cable-Liner gebaut wird. ÖVP und Grüne sind dagegen.
Als Verbindung zu zwei U-Bahnen
"Der Cable-Liner wird kommen", sagte Häupl in seiner wöchentlichen Pressekonferenz am Dienstag. Für ihn sei auch vorstellbar, dass der Bahnhof dadurch mit den beiden Linien U1 am Südtiroler Platz und U2 bei der Gudrunstraße verbunden wird.

Der Cable-Liner sei eine "moderne, zukunftsorientierte Verkehrsverbindung. An den bisher kolportierten Kosten von 30 bis 40 Mio. Euro werde sich die Stadt beteiligen, so Häupl.
Der Opposition ist das Projekt zu teuer.
Grüne und ÖVP gegen Cable-Liner
Grüne und ÖVP lehnten das Projekt umgehend ab. Planungssprecher Alfred Hoch sprach von einem falschen, vor allem aber teureren Weg. Es sollte zuerst geklärt werden, ob der Bahnhof nicht doch eine zweite U-Bahnanbindung bekommen sollte.

Grünen-Verkehrssprecherin Ingrid Puller bezeichnete das Projekt als "Verkehrs-Denkmal, das uns alle sehr teuer zu stehen kommt". Unterirdische Laufbänder würden nur fünf Mio. kosten, die rasche Fußverbindung zur U1 gewährleisten und nicht die Gegen verschandeln.
Die Bewohner können ihren künftigen Lebensraum mitgestalten.
Neuer Lebensraum rund um den Hauptbahnhof
Neben dem Cable-Liner sollen auf dem Gelände rund um den Hauptbahnhof Büros, ein Schulcampus, eine große Parkanlage sowie 5.000 Wohnungen für rund 13.000 Menschen entstehen.

Einer der sieben Bauplätze ist laut Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) das "Sonnwendviertel", in dem bis 2013 rund 1.320 geförderte Wohnungen entstehen sollen. Besonders daran ist, dass künftige Bewohner ihren neuen Lebensraum gemeinsam mit Architekten und Bauträgern in so genannten Baugruppen planen und bauen können.
Grafik der geplanten Bauten (Bild: Hotz/Hoffmann - Wimmer)
Betonung auf soziale Nachhaltigkeit
Bei den Projekten soll großer Wert auf soziale Nachhaltigkeit gelegt werden. So soll es gut gelegene und ausgestattete Gemeinschaftsräume geben. Zudem soll auf bestimmte Gruppen wie ältere Menschen besonders Rücksicht genommen werden.
Kritik von ÖVP und Grünen
ÖVP und Grüne unterstützen das Projekt nicht. "Sich jetzt nur auf den Cable-Liner festzulegen, ist sicher der falsche - vor allem teurere - Weg", so ÖVP-Planungssprecher Alfred Hoch. Man solle stattdessen eine weitere U-Bahnanbindung in den Fokus rücken, forderte er.

Die Grünen wiederum bezeichneten das Cable-Liner-Projekt kurzum als "unnötig, teuer und ineffizient". Außerdem seien die betroffenen Anrainer nie informiert oder eingebunden worden, so Verkehrssprecherin Ingrid Puller.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News