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MI | 11.04.2012
Plakat: Frau küsst Frau
GESELLSCHAFT
Mit Plakaten gegen Homophobie ankämpfen
Wien startet eine Kampagne gegen Homophobie. Unter dem Titel "Liebe verdient Respekt" werden 3.000 Plakate affichiert. Darauf zu sehen ist jeweils ein küssendes schwules, lesbisches oder heterosexuelles Paar.
Die Kampagne richtet sich vor allem an Jugendliche.
Abbau irrationaler Ängste
Es gehe um den Abbau irrationaler Ängste vor gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen, erklärte Johannes Wahala, Vorsitzender des Vereins "Courage", der die Aktion initiierte.

Hinter den Plakaten stehe die Grundhaltung, dass es Homo- und Heterosexuellen um dieselben Gefühle und Wünsche gehe - nämlich um Geborgenheit, Liebe und Zuneigung, betonte Wahala.

Lesben und Schwule, auch Bisexuelle und Transgender-Personen würden noch immer mit Diskriminierung sowie körperlicher und psychischer Gewalt konfrontiert werden.
Plakat
Auch auf Bosnisch, Serbisch und Kroatisch
Österreichweit sei bei gleichgeschlechtlich Liebenden die Selbstmordversuchsrate siebenmal so hoch wie beim Rest der Bevölkerung.

Besonders dramatisch sei die Situation bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren, "also während des oft schmerzhaften Outing-Prozesses", so der "Courage"-Chef. Mehr als 90 Prozent aller Suizidversuche von Homosexuellen fielen in diese Altersgruppe.

Deshalb richtet sich die Plakatserie, die sich an ein Vorbild aus Berlin anlehnt, in erster Linie an Jugendliche. Um auch die migrantische Community zu erreichen, ist die zentrale Botschaft "Liebe verdient Respekt" auch auf Türkisch sowie Bosnisch, Serbisch und Kroatisch zu lesen. Die Kampagne läuft vorerst bis Jahresende.
Appell für eingetragene Partnerschaften
Hier handle es sich um ein wichtiges Thema, das den öffentlichen Raum in Beschlag nehme, freute sich Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ). Wien sei eine Stadt der Vielfalt, in der Intoleranz in keiner Form geduldet werden dürfe.

Zugleich appellierte sie an Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP), einen Erlass für eingetragene Partnerschaften zwischen Gleichgeschlechtlichen zu erlassen. "Was die völlige Gleichstellung betrifft, sind wir in Wien fertig damit. Wir warten nur noch auf den Bund", so Frauenberger.
Lesbischwules Straßenfest
Bereits am kommenden Samstag, 6. Juni, lädt der Bezirk Mariahilf ab 13.00 Uhr zum vierten "lesbischwulen" Straßenfest. Unter dem Motto "Andersrum in Mariahilf ist nicht verkehrt" treten in der Otto-Bauer-Gasse unter anderem Austrofred, The Gablitzers und Dandies & Darlings auf.
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