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MI | 11.04.2012
Maria Vassilakou (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
POLITIK
Vassilakou stellt Weichen für grüne Zukunft
Die Klubobfrau der Wiener Grünen, Maria Vassilakou, bereitet derzeit als Vertreterin von Eva Glawischnig das Zukunftsprogramm und auf Landesebene den Wahlkampf der Grünen vor.
Lisa Rücker (Bild: APA/Markus Leodolter) Personelle Erneuerung wird vorbereitet
Vassilakou hat mit der Geburt des zweiten Kindes von Glawischnig die Führung der Österreichischen Grünen übernommen. Die Partei will bis zum Herbst ihr Zukunftsprogramm auf Schiene bringen und die personelle Verjüngung vorbereiten.

In einem Interview für die APA kündigte sie an, dass die Entscheidung über die Bestellung eines zweiten Stellvertreters für Glawischnig und die Nachfolge von Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny im Herbst fallen werde.

Erneut brachte Vassilakou die Grazer Vizebürgermeisterin Lisa Rücker für einen Bundesposten ins Gespräch. Diese sei ein grünes Talent und "sehr geeignet für eine Bundesfunktion. Rücker hat allerdings schon einmal abgewunken.
Mehrere Milliarden sollen investiert werden.
Neue Konzepte für mehr Lebensqualität
Ein Ergebnis der geplanten Reform soll auch eine Verbreiterung und Öffnung sein. Beim Zukunftskongress im Herbst sollen die Grünen Konzepte mit Experten, NGOs und interessierten Bürgern diskutiert und weiterentwickelt werden. Inhalt des Grünen Zukunftspakts sollen unter anderem mehr Lebensqualität, soziale Sicherheit, Arbeitsplätze und Ökologie sein.

So wollen die Grünen mehrere Milliarden Euro in die Förderung erneuerbarer Energie und in thermische Sanierung stecken. Das soll nicht nur tausende Arbeitsplätze schaffen, sondern auch die Heizkosten tausender Haushalte auf zehn Prozent reduzieren.
Holzkreuz kein Rezept gegen Wirtschaftskrise.
Grün will Blau stoppen
Neben den inhaltlichen und personellen Neuerungen auf Bundesebene bleiben Vassilakou über den Sommer aber auch Wiener Themen erhalten. So wartet im Herbst nicht nur die Landesversammlung auf die Wiener Grünen, sondern laut Vassilakous Einschätzung schon "im Mai" die Gemeinderatswahl in Wien.

Ihr Ziel formulierte Vassilakou in drei Worten: "Grün stoppt Blau". Denn danach, ob die Grünen oder die FPÖ gestärkt aus der Wahl hervorgingen, richte sich Wiens Zukunft im nächsten Jahrzehnt.

Mit dem Holzkreuz alleine lasse sich die Wirtschaftskrise nicht wegbeschwören. Und wenn FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache "nur eine einzige Aussage hat – nämlich 'Ausländer raus' – dann ist das nicht nur grauslich, sondern auch rassistisch, gemein und dumm".
In der Frage der Koalitionen gibt es klare Standpunkte.
Wahlziel 150.000 Stimmen
Als Wahlziel umriss Vassilakou, mit 150.000 Wählern – 2005 waren es knapp 100.000 – ein "politisches Erdbeben" auszulösen. Die Grünen wollen etwa mit einer Ökologisierung der Wiener Wirtschaft und einer ernst gemeinten Integrationspolitik mobilisieren.

Sie gehe jedenfalls davon aus, dass die SPÖ, die in den vergangenen Jahren ein "verbrauchtes und arrogantes Bild" abgegeben habe, nach der nächsten Wahl nicht mehr alleine regieren werden könne.

Eine Koalition mit der SPÖ nach der Wahl ließ Vassilakou offen, eine Dreier-Koalition mit FPÖ und ÖVP schloss sie mit Sicherheit aus. Es sei schlimm genug, dass sich Wiens ÖVP-Chef Johannes Hahn vorstellen könne, mit der FPÖ zu regieren, "aber ich wäre ihm dankbar, wenn er mir damit aus der Sonne geht", so Vassilakou.
Nächste Runde in Strukturdebatte
Für die Landesversammlung der Wiener Grünen im Herbst kündigte sie eine "Weiterentwicklung der Strukturen" an. Erstmals würden mehr als 1.000 Menschen teilnehmen, vor allem wegen des enormen Zulaufs an so genannten Unterstützern.

Ziel sei es, ein Modell zu entwickeln, bei dem künftig alle die Möglichkeit haben sollen, bei den Grünen mitzuwirken. Angedacht sei eine Art "offene Vorwahlen".
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