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MI | 11.04.2012
Polizisten bewachen Eingang beim Augartenspitz (Bild: ORF)
POLITIK
Neue Proteste im Augarten angekündigt
Die Gegner des Sängerknaben-Konzertsaals im Augartenspitz haben am Dienstag neue Proteste angekündigt. Sängerknaben und Stadt wollen Gespräche, beharren aber darauf, dass der Saal im Augartenspitz gebaut wird.
Gegner des Konzertsaals wollen nicht aufgeben.
Von Mahnwache bis zu "neuem Hainburg"
"Wo Au draufsteht, ist Widerstand drin", bekräftigten die Aktivisten im Wiener Augarten. Im angrenzenden Eingangsbereich zum Filmarchiv haben die Aktivisten nach ihrer Vertreibung aus dem Augartenspitz neue Position bezogen.

Raja Schwahn-Reichmann vom "Josefinischen Erlustigungskomitee" will gemeinsam mit Anrainerinitiativen ihre Aktionen fortsetzen. Geplant sind Mahnwachen und Besuche bei den Sängerknaben im Augarten-Palais. Sollten die Bauarbeiten beginnen, könnte es auch eine Besetzung der Baustelle geben. Schon jetzt kursiert das Schlagwort von einem "neuen Hainburg".

Wie die Aktivisten zudem versicherten, haben bereits erste Probebohrungen für den Konzertsaal stattgefunden, allerdings ohne die entsprechende wasserrechtliche Genehmigung.
Nettig: "Halten uns an Gesetze"
"Die Anschuldigungen stimmen nicht", sagte der Präsident der Sängerknaben, Walter Nettig. Für die Probebohrungen sei lediglich die Zustimmung des Bundes notwendig. Diese liege vor. "Wir halten uns an die gesetzlichen Vorschriften", so Nettig.

Er bekräftigte neuerlich seine Kritik am Polizeieinsatz und der Räumung des besetzten Areals. Das sei nicht sein Stil. Nettig bleibt aber skeptisch, was weitere Gespräche mit den Gegnern des Projekts angeht: "Ich glaube, das wird nicht viel bringen." Über einen anderen Standort für den Konzertsall will Nettig nicht diskutieren.
Das Projekt ist für den Bürgermeister nicht diskutierbar.
Häupl will Sensibilität, hält an Bau aber fest
Geht es nach den Aktivisten, sollen die Sängerknaben ihren Konzertsaal an einem anderen Platz bauen. Der bisher nicht für Parkbesucher zugängliche Augartenspitz soll hingegen der Öffentlichkeit geöffnet werden.

Bürgermeister Michael Häupl ließ weiter keinen Zweifel daran, dass er das Projekt des Konzertsaals im Augarten unterstützt: "Ich bin für eine Sängerknabenhalle auf diesem als Baufläche ausgewiesenen Grundstück", sagte er am Dienstag.

Allerdings rügte Häupl die Bundesbehörden wegen ihres Umgangs mit den Demonstranten. Konflikte sollten nicht durch Polizeigewalt, sondern durch Gespräche gelöst werden, wünschte sich Häupl mehr Sensibilität im Umgang mit den Demonstranten.
Parteien wollen Ersatzstandort und Deeskalation.
Ersatzstandort, Berufsdemo, Deeskalation
Die Wiener Grünen stellen sich in der Frage gegen Häupl. Planungssprecherin Sabine Gretner forderte ihn auf, einen Ersatzstandort für den Konzertsaal, zum Beispiel auf dem Nordbahnhofgelände, zu finden.

Die FPÖ kritisierte die Grünen wiederum für ihre Unterstützung der Demonstranten. Dass die professionellen Demonstranten ihre Zelte im Augarten aufschlagen wollen zeige, dass sie von rechtsstaatlichen Grundsätzen nichts halten, so der Leopoldstädter FPÖ-Obmann Wolfgang Seidl.

Die ÖVP richtete einen "Appell zur Deeskalation" an die Besetzer. Kampfparolen dienten nur dazu, weiteres Öl ins Feuer zu gießen, so der nicht amtsführende ÖVP-Stadtrat Norbert Walter. Auch der Vergleich mit der Hainburger Au trage wenig zur Beruhigung der Lage bei.
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