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DI | 14.02.2012
CHRONIK
Wieder aufgetauchte 15-Jährige im AKH
Abgeschirmt von der Öffentlichkeit wird die nach eineinhalb Jahren wieder aufgetauchte Yvonne im AKH behandelt. Sie brauche absolute Ruhe, hieß es vom Jugendamt. Der Vater erhebt unterdessen schwere Vorwürfe gegen die Polizei.
Betreuer wollen langsam Vertrauensverhältnis aufbauen.
Bisher kein Kontakt zu Familie
Der 15-Jährigen gehe es nicht besonders gut und sie brauche jetzt vor allem Ruhe, erklärte Hertha Staffa, Sprecherin des Wiener Jugendamtes, gegenüber dem ORF Wien. Die Ereignisse der vergangenen Tage und auch die Einvernahmen seien sehr belastend gewesen.

"Sie zieht sich zurück, sie will ihre Ruhe haben. Die bekommt sie", so Staffa. Langsam will man im Spital versuchen, einen Zugang zum Mädchen zu finden und ein Vertrauensverhältnis zu ihm aufzubauen, um dann gemeinsam überlegen zu können, wie es weitergehen soll.

Bisher hatte die 15-Jährige - in Absprache mit ihren Eltern - auch keinen Kontakt mit ihrer Familie. Die weitere Vorgangsweise werde am Montag vom Jugendamt in Zusammenarbeit mit der Polizei abgestimmt.
Seit Jänner '08 vermisst
Nach einem Hinweis hat die Polizei das Mädchen am Freitag in der Wohnung einer Freundin in Favoriten gefunden. Bei einer ersten Befragung durch eine Kriminalbeamtin erklärte Yvonne, sie sei im Jänner 2008 von zu Hause davongelaufen. Seitdem habe sie zumindest nach ersten Aussagen freiwillig bei ihrem Onkel gelebt. Dabei soll es auch zu einem intimen Kontakt gekommen sein.
Noch viele Fragen sind offen.
Onkel spricht von "Liebesbeziehung"
Der 38-jährige verhaftete Onkel wurde nach Abschluss seiner Befragungen Samstagabend in die Justizanstalt Josefstadt eingeliefert. Die Einvernahmen hatten keine weiteren Neuigkeiten gebracht: "Er ist geständig, spricht von einer Liebesbeziehung", so Gerhard Winkler von der Polizei.

Ob das Mädchen noch einmal von der Polizei befragt werden soll, war vorerst nicht bekannt.

Aus Gründen des Opferschutzes will die Polizei keine weiteren Informationen über den Fall bekanntgeben. Spekulationen darüber, dass der Mann sein Autoritätsverhältnis ausgenützt und das Mädchen gefügig gemacht habe, werden bisher nicht kommentiert.
Vater wirft Polizei Untätigkeit vor
Kritik an der Polizeiarbeit äußerte auf jeden Fall der Vater des Mädchens gegenüber Wien heute. Er habe der Polizei von Anfang an den Verdacht geäußert, dass sich das Mädchen beim Onkel aufhalten könnte, die Polizei sei aber untätig gewesen.

Von Seiten der Polizei hieß es, dass man in dem Fall intensiv ermittelt habe und allen Spuren nachgegangen sei. Diese Ermittlungen hätten nun auch zum Erfolg geführt.
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