Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Augartenspitz wieder besetzt (Bild: ORF)
CHRONIK
Augartenspitz neuerlich besetzt
Gegner des Sängerknaben-Bauprojekts im Wiener Augartenspitz haben das Gelände erneut besetzt und fordern Gespräche. Sängerknaben-Präsident Walter Nettig schließt eine Räumung aus. Er fordert die Gruppe auf, abzuziehen.
Nettig gegen Räumung und Gespräche
"Mit Menschen, die die Grundregeln einer Demokratie nicht einhalten, kann man sich schwer an einen Tisch setzen", sagte Nettig am Montag. Er forderte die Demonstranten auf, den baugrund zu räumen.

Er versicherte aber auch, das Gelände nicht mit Hilfe der Polizei räumen zu lassen. Man wolle das "sicher nicht mit Brachialgewalt durchsetzen".

Nettig betonte weiters, sich bei Planung und Vorbereitung immer an alle Verordnungen und Vorschriften gehalten zu haben. Zudem habe man guten Willen bewiesen und das Projekt für 700.000 Euro viermal umgeplant.
Visualisierung des geplanten Konzertsaals der Wiener Saengerknaben im Wiener Augarten (Bild: APA/ARCHIPEL ARCHITEKTUR + KOMMUNIKATION)
Aktivisten wollen Baugrundstück lieber der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Aktivisten wollen neue Gespräche
"Wir hoffen, dass der Konflikt auf eine adäquate Weise gelöst wird", hofft eine Sprecherin der Besetzer in Anspielung auf eine schon einmal erfolgte Räumung durch die Polizei Anfang Juli. Nun halten die rund 20 Aktivisten das Grundstück seit Sonntag wieder besetzt. Man wolle so lange bleiben, bis es wieder zu Gesprächen mit den Sängerknaben kommt.

Schon Anfang Juli hatten sich Aktivisten des "Josefinischen Erlustigungskomitees" und des Vereins der Freunde des Augartens auf dem Areal niedergelassen, auf dem die Sängerknaben einen Konzertsaal bauen wollen. Sie fordern, dass der Saal nicht gebaut und das Areal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
"Wien heute"-Video

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Bescheid der Wasserrechtsbehörde ist da
Probebohrungen auf dem Areal haben bereits stattgefunden. Die Aktivisten behaupten, die Vorarbeiten seien illegal, da ein entsprechender Bescheid fehlte.

Laut Sängerknaben und Stadt Wien seien keine speziellen Vorkehrungen notwendig. Die Wasserrechtsbehörde müsse erst tätig werden, wenn die Probebohrungen das Grundwasser erreicht haben. Das ist nun geschehen, der Bescheid der Behörde liegt mittlerweile vor.
Unterschiedliche Reaktionen
Die neuerliche Besetzung des Augartenspitzes hat auch wieder politische Reaktionen ausgelöst. Die Grünen unterstützen die Aktion und freuen sich, "dass es so viele engagierte Stadtbewohner gibt, die auf fröhliche und künstlerische Art für den Erhalt dieser innerstädtischen Oase eintreten", so Planungssprecherin Sabine Gretner.

Die FPÖ forderte hingegen, dass gegen die Demonstranten "mit der vollen Härte des Gesetzes vorgegangen" wird. Der Obmann der Leopoldstädter FPÖ, Wolfgang Seidl, forderte, wie bei der Lobaubesetzung 2006 den Besetzern im Augarten für verzögerte Probebohrungen Schadenersatzforderungen anzudrohen.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News