Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Fallende Aktienkurse (Bild: Fotolia/Gernot Krautberger)
WIRTSCHAFT
Umfrage: Banken haben Schuld an Krise
Die Österreicher geben den Banken die Schuld an der gegenwärtigen Krise. Laut einer GfK-Umfrage muten die Österreicher ihnen auch kaum die Kompetenz zu, Wege aus der Krise zu finden. Viele horten ihr Geld daher lieber daheim.
Regierung und Notenbank sind eher unschuldig an der Krise.
Eindeutiges Ergebnis
Nicht weniger als 73 Prozent der Befragten machten die Banken für die gegenwärtige Krise verantwortlich. Mehr als ein Drittel sehen sonstige Konzerne als Sündenböcke, gefolgt von der Finanzmarktaufsicht mit 32 und internationalen Finanzorganisationen wie Währungsfonds und Weltbank mit 31 Prozent.

Bemerkenswert ist, dass Regierung (neun Prozent) und Notenbank (sechs Prozent) in der beim Alpbacher Bankenseminar präsentierten Umfrage als eher unschuldig an der Krise angesehen werden.
Vertrauen in Banken gesunken
Der Umfrage zufolge muss die Bankbranche gleich an mehreren Fronten mit einem schlechten Image kämpfen. So trauen nur 14 Prozent der Befragten den Banken zu, in der Krise die nötige Lösungskompetenz zu haben.

Zudem belegt die Studie des Marktforschungsinstituts GfK, dass das Vertrauen in die österreichischen Banken gesunken ist. War es in den Jahren 2005 bis 2008 stetig gewachsen, so stabilisierte es sich demnach im November 2008 auf dem Niveau von 2004.

Auch hier gibt es bemerkenswerte Fakten: In der gleichen Umfrage gaben neun von zehn Befragten an, mit ihrer eigenen Bank zufrieden bis sehr zufrieden zu sein.
Geld wird unter Matratze geschoben (Bild: Fotolia/Martinan)
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Interesse an Gold hat sich verdoppelt.
Viele sehen Banken als nicht mehr sicher an
An ein schnelles Ende der Krise glauben die Österreicher aber nicht. Nur drei Prozent sehen sie im Herbst oder Winter überwunden. 29 Prozent glauben, dass dies Mitte des kommenden Jahres sein wird. Vier Prozent glauben aber, dass die Probleme nicht einmal bis 2014 überwunden sein werden.

Dieses Skepsis wird auch dadurch deutlich, dass das Sparbuch als sicherste Sparform gerade wieder einen Boom erlebt. Aber auch das "Angstsparen" setzt sich laut Alexander Zeh, Finanzmarktforscher bei GfK, fort. So vertrauen immer mehr ihr Geld niemandem mehr an, sondern legen es unter die eigene Matratze - laut Zeh nicht nur wegen gehäufter Diebstähle eine gefährliche Art des Sparens.

Sicherer scheint da die Anlage in Gold. In normalen Zeiten ist das Edelmetall für fünf bis acht Prozent der Befragten von Interesse. In den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich das Interesse daran aber verdoppelt.
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