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SO | 12.02.2012
Kind mit Handy (Bild: Fotolia/Sonya Etchinson)
GESUNDHEIT
Ärztekammer warnt vor Handystrahlung
Die Wiener Ärztekammer hat Anfang September einen verantwortungsvollen Gebrauch von Handys insbesondere bei Kindern eingefordert. Noch immer werde die Gefahr der Mobilfunkstrahlen nicht wirklich ernst genommen.
Ärztekammer warnt zum Schulbeginn vor verantwortungslosem Umgang mit Handys.
Dorner appelliert an Eltern
Gerade bei Kindern müsse man auf eine mögliche gesundheitliche Gefährdung im Umgang mit Mobilfunk achten und dürfe die Risiken der Handynutzung nicht unterschätzen, teilte die Ärztekammer in einer Aussendung mit.

Da immer mehr Kinder in Österreich ein Handy besitzen, appellierte der Präsident der Ärztekammer Wien, Walter Dorner, an das Verantwortungsgefühl der Eltern. Diese sollten mit ihren Kindern das Gespräch suchen, um ihnen so einen verantwortungsvollen Umgang mit Mobiltelefonie näherzubringen.

Jeder könne mit einfachen Schritten wie wenigen und kurzen Telefonate und dem Weghalten des Handys von Kopf und Körper während des Gesprächsaufbaus dazu beitragen, die Risiken entscheiden zu reduzieren, ohne dabei die Mobilität und die Sicherheit in Notfallsituationen zu verlieren, so Dorner.
Folgen nach wie vor umstritten
Nach wie vor weise die Datenlage zu den Langzeitfolgen in Richtung Verdopplung des Tumorrisikos bei regelmäßiger Benutzung des Mobiltelefons, so der Ärztechef weiter. Bei Kindern dürfte das Risiko sogar noch höher liegen.

Es sei "äußert bedauerlich", dass viele Warnungen von Medizinern und insbesondere der Ärztekammer in Österreich weiterhin nicht ernst genommen würden, betonte Dorner.
Ist die Warnung der Ärztekammer begründet?
Ja, die Gefahr sollte nicht unterschätzt werden
Nein, finde ich übertrieben
Weiß ich nicht
Dorner: "Verharmlosung in Österreich"
Es gebe eine Reihe europaweiter Studien, die eindeutig von möglichen Gefahren hinsichtlich eines Krebsgeschehens durch Mobilfunkstrahlen sprechen, so Dorner weiter. "Deshalb raten wir generell, natürlich auch Erwachsenen, zur Vorsicht."

Nach wie vor werde in Österreich "eine Verharmlosung betrieben, die bei der weiten Verbreitung der Mobiltelefonie und dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand aus Sicht eines umfassenden Vorsorgegedankens keineswegs zu rechtfertigen ist", so der Ärztekammer-Präsident abschließend.
WBR: Keine "seriöse Antwort" möglich
"Die Frage, ob und inwieweit Mobilfunk die Gesundheit des kindlichen Organismus im Speziellen beeinträchtigt, kann nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht seriös beantwortet werden", teilte der Wissenschaftliche Beirat Funk (WBR) auf seiner Homepage mit.

Mit einschlägigen Untersuchungen auf diesem Gebiet hätten internationale Forschergruppen erst vor kurzem begonnen. Zusätzlich stelle sich hier das Problem, dass Studien mit Kindern und Jugendlichen in vielen Staaten aus ethischen Gründen verboten sind. Der WBR gilt als unabhängiges Gremium des Verkehrs- und Technologieministeriums.
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