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SO | 12.02.2012
Polizeiinspektion (Bild: ORF/Franz Neger)
CHRONIK
Alkoholeklat um Aushilfspolizisten
Ein aushilfsweise bei der Polizei beschäftigter Telekom-Austria-Mitarbeiter hat gleich an seinem ersten Arbeitstag in der Inspektion Praterstern für einen Eklat gesorgt. Laut "Heute" kam er betrunken zum Dienst.
Betrunkener trank im Dienst weiter
Zunächst sollen die Beamten am vergangenen Freitag den offenbar betrunkenen Mitarbeiter noch toleriert haben. "Dann hat der Beamte aber ganz offensichtlich Gelegenheit gesucht, um nachfüllen zu können", zitierte die Zeitung den Sprecher des Innenministeriums, Rudolf Gollia.

Der Mann soll unter dem Vorwand, sich die Füße vertreten zu wollen, mehrfach ein nahe gelegenes Lokal besucht und dort insgesamt noch acht Spritzer konsumiert haben.
Ministerinnen: "Projekt geht weiter"
Schließlich wollten die Polizisten den Mann zum Alkotest bitten, den dieser angeblich aber verweigerte. Der Mann wurde vom Dienst bei der Polizei abgezogen und versieht wieder bei der Telekom Austria seinen Dienst.

Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) bedauerten den Vorfall. Es sei schade, dass das passiert ist, so Fekter. Heinisch-Hosek verwies darauf, dass sich in diesem Fall die Probephase bewährt habe. Beide sind sich einig: "Das Projekt geht weiter."

In Wien versehen nunmehr nur noch 16 Aushilfsbeamte bei der Polizei Dienst.
Mitarbeiter muss mit Folgen rechnen
Der Telekom-Mitarbeiter hat nicht nur seinen Polizeijob verloren. Er muss auch mit weiteren Folgen rechnen. Die Telekom Austria untersucht den Vorfall und hat ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. "Nach Feststehen des maßgeblichen Sachverhaltes wird die zuständige Disziplinarbehörde über den Vorfall entscheiden", hieß es in einer Aussendung.
Betriebsrat: "Keine Pauschalverurteilung"
Gar keine Freude mit dem mutmaßlich alkoholisierten Ex-Kollegen hatte Michael Kolek, Vorsitzender der Personalvertretung der Telekom Austria TA AG. Er fordert, keine Pauschalverurteilungen auszusprechen. "Ich nehme den Kollegen nicht in Schutz, aber man muss sich den Fall schon kritisch anschauen."

"Für uns ist das nicht sehr angenehm, wenn jetzt suggeriert wird, dass es bei uns tausende von Tranklern gibt", so Kolek, der sich gegen eine "allgemeine Abstempelung" wehrt. "Wenn es so sein sollte und der Kollege tatsächlich alkoholisiert war, dann ist das nicht zu tolerieren. Dafür gibt es in der Telekom ganz klare Regeln."
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