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RELIGION |
20.09.2009 |
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IKG erarbeitet Einwanderungsmodell für Juden
Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) möchte in den kommenden Jahren gezielt jüdische Mitbürger aus dem Ausland nach Österreich holen. 500 bis 1.000 Juden im Jahr will IKG-Präsident Ariel Muzicant integrieren.
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Muzicant will die Kultusgemeinde wachsen lassen. |
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Derzeit 7.000 Mitglieder
"Wenn sich die Krise etwas beruhigt hat und wir wieder normales Wachstum haben, wird die Kultusgemeinde den Versuch starten, eine kontrollierte Zuwanderung zu ermöglich", sagte Muzicant.
"Die Kultusgemeinde hat heute 7.000 Mitglieder und Ziel muss sein, sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums wieder auf 25.000 zu bringen. Die Infrastruktur dazu hätten wir", so Muzicant.
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Zahl der Juden nimmt durch Abwanderung ab
Das Dilemma derzeit: "Was jetzt passiert, ist, dass die Zahl der Juden in Österreich durch Abwanderung abnimmt. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Leute, die sich in der Kultusgemeinde anmelden, zu. Die Menschen scheinen sich vertreten zu fühlen."
Muzicant geht davon aus, dass die Zahl der Juden in Österreich in den vergangenen 20 Jahren um etwa 5.000 sank, während die Zahl der in der IKG registrierten Juden in der Kultusgemeinde um etwa 1.500 zugenommen hat.
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In Arbeitsprozess rasch integrieren
"Wir überlegen uns Modelle, wie wir Menschen nach Österreich bringen, die leicht in die Gesellschaft und vor allem in die Wirtschaft integrierbar sind", so Muzicant weiter. "Also Leute, die schon nach einer relativ kurzen Frist auch in der Lage sind, sich zu erhalten, sprich, zu arbeiten und sich in den Arbeitsprozess einzugliedern."
Diese sollen sowohl aus West- wie aus Osteuropa kommen, um dann auch Mitglieder der Kultusgemeinde zu werden.
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Eine Lösung scheint es auch im Fall des Wiesenthal-Instituts zu geben. |
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Wiesensthal Intitut: Lage beruhigt
Im Fall des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) hat sich die Situation laut Muzicant mittlerweile beruhigt. Der siebenköpfige Vorstand war geschlossen zurückgetreten.
"Mir tut es leid, dass es hier Differenzen gibt, aber ich glaube, dass es ein Fehler von beiden Seiten war, dass das Ganze eskaliert ist. Im Grunde genommen streiten aber hier Freunde. Seitens der Kultusgemeinde war immer unbestritten, dass alle Holocaust relevanten Teile des IKG Archivs dem VWI verliehen werden und der ungehinderte Zugang für Wissenschaftler, Historiker und Interessierte gewährleistet sein muss."
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Streit um Archiv-Nutzung war Auslöser
Muzikant weiter: "Es muss aber auch das VWI die Sicherheitsansprüche der IKG bezüglich Digitalisierung und Mikroverfilmung akzeptieren und einsehen, dass die IKG Eigentümerin des Archivs ist und auch bleiben muss, ganz gleich ob es sich um Archivoriginale oder Vervielfältigungen handelt", erklärte der IKG-Präsident.
Jedenfalls würde niemand in Österreich ein vorzeitiges Ende des Wiesenthal-Instituts wegen des Streits über Mikrofilmrechte verstehen.
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Jüdische Friedhöfe: Runder Tisch im Herbst
Bewegt hat sich auch etwas in der lange anhaltenden Debatte um die Pflege jüdischer Friedhöfe. Hier habe die IKG eine Zusage von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) zu einem Runden Tisch im Herbst erhalten.
"Dort wird es zu einer Lösung kommen, die so aussieht, dass die Pflege und die Instandhaltung aller jüdischen Friedhöfe gesetzlich geregelt wird. Und wenn dann das Geld fehlt, dann soll man das beim nächsten Finanzausgleich berücksichtigen", so Muzicant.
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ÖGB und IKG kooperieren
Dass einiges in der IKG weitergeht, zeigt auch ein Projekt am Wiener Handelskai: Dort sollen sich der SC Hakoah und der nun dorthin siedelnde ÖGB diverse Einrichtungen teilen.
Etwa die Sporteinrichtungen und den Betriebskindergarten.
"Man ist ja jetzt Nachbar", so Muzicant. "Also werden wir miteinander kooperieren und uns einander befruchten und ich finde das auch super. Der ÖGB ist wirklich ein toller Nachbar."
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wien.ORF.at; 28.7.09
Im Streit zwischen dem Vorstand des Wiesenthal-Instituts und der Israelitischen Kultusgemeinde hat die IKG im Sommer die Vorwürfe zurückgewiesen, wonach man dem Vorstand den Archivzugang verwehren würde.
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