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MO | 13.02.2012
Besetztes Audimax am Samstag (Bild: ORF)
CHRONIK
Audimax-Besetzung: Beträchtlicher Schaden
Protestierende Studenten wollen das Audimax der Universität Wien weiter besetzt halten. Im Laufe des Samstags füllte sich der Saal wieder. Der Schaden für die Universität dürfte mittlerweile in die Hunderttausende gehen.
Aufnahmeprüfung für Psychologie verlegt
Samstagfrüh gegen 9.00 Uhr war ein Putztrupp im Audimax an der Arbeit, der zu dieser Zeit nur von wenigen Studenten besetzt gehalten wurde.

Ursprünglich hätte Samstagvormittag eine Prüfung für das Aufnahmeverfahren in Psychologie stattfinden sollen. Die Uni-Leitung verlegte die Prüfung auf mehrere andere Hörsäle und Termine. Uni-Bedienstete dirigierten die Studenten um.
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Zusatzkosten durch mehr Personel und Schäden.
Beträchtlicher finanzieller Schaden für Uni
Der Schaden für die Uni dürfte mittlerweile in die Hunderttausende gehen. Allein der erste halbe Besetzungstag und die erste Nacht hätten Kosten von rund 100.000 Euro verursacht, hieß es. Darin enthalten seien etwa die Zusatzkosten für den Sicherheitsdienst, verstärkte Reinigungsdienste sowie diverse Schäden wie etwa kaputte Lampen oder beschmierte Wände.

Dazu kommen nun noch die Zusatzkosten für die Prüfungsaufsicht, da die für das Audimax geplanten Prüfungen nun in mehreren Hörsälen sowie in mehreren Durchgängen abgehalten werden müssen. In der vorlesungsfreien Zeit waren außerdem Baumaßnahmen vorgesehen, die nun verschoben werden müssen.
AG distanziert sich von Vandalismus.
Solidarität und Kritik
Die Hochschülerschaft an der Technischen Universität Wien unterstützte in einer Aussendung die Proteste und will am Dienstag selbst eine Hörerversammlung abhalten.

Die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft sowie die von ihr dominierten Hochschülerschaften an den Medizin-Unis Wien und Innsbruck forderten zwar ebenfalls mehr Mittel für die Unis, distanzierten sich aber von "Vandalismus" und "Protesten zur Durchsetzung studentischer Forderungen, die für Sachbeschädigungen und Partys missbraucht werden".
Geplante ZUgangsbeschränkungen als Knackpunkt.
ÖH zu Hahn: "Gute Reise nach Brüssel"
"Nicht so einfach wegzubekommen" sind die Besetzer des Audimax, so Flora Eder, eine der Vorsitzenden der Österreichischen HoschschülerInnenschaft (ÖH), bei einer Pressekonferenz Freitagabend.

Knackpunkt der Proteste seien die geplanten Zugangsbeschränkungen. Das Fass zum Überlaufen gebracht habe aber die von Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) erneut entfachte Diskussion um die Wiedereinführung von Studiengebühren.

Eder wünschte Hahn "eine gute Reise nach Brüssel" - um Hahn sind zuletzt Gerüchte laut geworden, er könnte als EU-Kommissar nach Brüssel gehen. Die Studenten seien zu einer Diskussion mit dem Rektorat bereit, der Zugang zum Audimax stehe der Uni-Leitung jederzeit offen.
Umfangreiche Forderungen
Etwas klarer geworden sind mittlerweile die Forderungen der Studenten, die das Audimax besetzt halten. Laut einem anonym bleiben wollenden Sprecher geht es um folgende Punkte:

"Re-Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen, die Ausfinanzierung der Unis, selbstbestimmtes Lernen und Leben ohne Konkurrenz- und Leistungsdruck, freie Masterzugänge, keine verpflichtende Studieneingangsprüfung, Abschaffung aller Bildungs- und Studiengebühren auch für MigrantInnen.

Weiter geht es mit den Forderungen nach keinen Zulassungsbeschränkungen EU-weit, unabhängiger Forschung und Lehre, Schluss mit prekären Dienstverhältnissen für Lehrende, Angestellte und ArbeiterInnen, mehr weiblichen Lehrenden, genug Studienplätze für alle, flexiblen und selbstbestimmten Studienplänen" sowie "Schluss mit dem Bologna-Prozess und eine Frauenquote in der Uni-Verwaltung".
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